Eine Premiere für die evangelische Kirche
Wie kulturell divers ist eigentlich die Landeskirche? Eine Online-Umfrage zu dieser Frage läuft noch bis Ende Juni – worum es dabei geht, erklärt eine der beteiligten Forscherinnen.
Frau Eufinger, Sie betreuen aktuell eine Befragung zur kulturellen Diversität im Auftrag der Landeskirche. Was ist der Anlass dazu?
Veronika Eufinger: Die Landeskirche hatte Interesse daran, mehr über die kulturelle Diversität unter ihren Ehren- und Hauptamtlichen zu wissen. Daraus ergaben sich Fragen – etwa ob eine ausgeglichene Repräsentation gegeben ist und was förderlich und hinderlich dafür ist, erfolgreich eine Heimat zu finden unter den Bedingungen einer gelebten Vielfalt. Vergleichbare Untersuchungen wurden in den letzten Jahren auch in den Behörden der öffentlichen Verwaltung in Deutschland durchgeführt – für die evangelische Kirche ist es eine Premiere.
Können Sie kurz umreißen, was genau Menschen erwartet, die an der Online-Umfrage teilnehmen?
Eufinger: Wir fragen danach, welche Erfahrungen mit kultureller Vielfalt die Menschen im Rahmen ihrer kirchlichen Tätigkeit bisher gemacht haben. Dazu gehören etwa einschlägige Fortbildungen, interkulturelle Angebote ihrer Gemeinde, aber auch selbst erlebte oder beobachtete Diskriminierung. Sie haben außerdem die Möglichkeit anzugeben, ob sie auch an der zweiten Stufe unseres Projekts teilnehmen möchten. Insgesamt dauert es etwa 15 Minuten, den Fragebogen auszufüllen.
Die Umfrage läuft noch bis zum 28. Juni - warum ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen daran teilnehmen? Und was passiert anschließend mit den Antworten?
Eufinger: An unserer Befragung haben inzwischen mehr als 1.500 Menschen teilgenommen und wir möchten uns bereits jetzt bei allen Teilnehmenden ganz herzlich bedanken. Zugleich würden wir uns sehr freuen, wenn diese Zahl bis Ende des Monats nochmal deutlich nach oben geht. Für die Auswertung der Ergebnisse ist es entscheidend, dass alle Gruppen der Beschäftigten in ausreichender Anzahl teilnehmen, damit die Ergebnisse auch die Größe und Komplexität der Landeskirche adäquat abbilden. Nach Abschluss des Fragebogens werden wir die Daten auswerten und im Herbst dieses Jahres eine Reihe von Interviews mit kirchlichen Beschäftigten führen, in denen wir ausgewählte Themen vertiefen. Die zusammengefassten Resultate diskutiert dann die Frühjahrsynode 2027.