„Wir würden alles genauso nochmal machen“

Drei Personen sitzen an einem Tisch und schauen in ein Fotobuch.
Bild: Christine Frank/EMA

Für Inga und Christian Barth war es ein Zeichen, dass am 25.5.25 auch in Celle „Einfach Heiraten“ stattfand – genau an ihrem 18. Hochzeitstag. „Wir sind standesamtlich seit 2007 verheiratet und wollten immer nochmal eine kirchliche Trauung haben, aber es fand sich nie der Moment“, erzählt Inga Barth. „Dann sah ich die Möglichkeit zu „Einfach Heiraten“ letztes Frühjahr – das passte für uns einfach.“

In einem schicken blauen Kleid und einem hellen Anzug, aber ohne Ringe und ohne sonstigen großen Aufwand gaben sie sich in der Celler Stadtkirche St. Marien das Ja-Wort. Begleitet von an die 60 Gästen, der größten Gesellschaft an diesem Tag, und mit einem Spalier aus Feuerwehrschläuchen, den die Kameraden von Christian Barth draußen ohne sein Wissen organisierten.

Drei Personen, zwei weiblich, eine männlich gelesene, sitzen an einem Tisch und schauen in ein Fotobuch.
Bild: Christine Frank/EMA
Da sie selbst mit "Einfach Heiraten" den perfekten Hochzeitstag erlebten, möchten Inga und Christian Barth (mi., r.) nun bei der Organisation für neue Paare helfen.

„Es war perfekt“

„Es war perfekt für uns. Wir kamen an, hatten ein halbstündiges Vorgespräch mit Pastorin Nina Hollung und einen schönen Gottesdienst, der auf uns zugeschnitten war. Die Traufrage, der Segen, ein Lied, persönliche Worte zu uns – es war alles Wichtige da.“ Im Gemeindehaus nebenan gab es einen Sektempfang, ein Gästebuch zum Eintragen und eine Fotografin machte Bilder – all das war vom Kirchenkreis organisiert. Zu Hause in Eicklingen kamen Nachbarn und Freunde im Anschluss zu einer Gartenparty zusammen, die mehrstöckige Torte war eine Überraschung einer Freundin. Sogar den Abwasch regelten die Gäste unter sich. „Es war genau, was wir wollten.“

Kein Stress für die Paare – aber viel Organisation für den Kirchenkreis: In Celle waren letztes Jahr mehr als 40 Menschen mit dem Tag beschäftigt – von Pastorinnen und Pastoren, Musikerinnen und Musikern, eine Floristin, einer Fotografin bis zu Ehrenamtlichen, die bei Auf- und Abbau halfen, Sekt und Kuchen austeilten und für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Wie das „Drumherum“ genau aussieht, gestaltet jeder Kirchenkreis selbst. Liebevoll arrangiert wird es immer sein.

Zwei Personen sitzen an einem Tisch und sehen Hochzeitsbilder an einem Laptop an.
Bild: Christine Frank/EMA
Eine vom Kirchenkreis beauftragte Fotografin hielt den besonderen Tag in Bildern fest.

Individuell wie die Paare selbst

„Spannend war die Bandbreite der Paare – manche jung, manche älter, manche Dame kam im pompösen weißen Kleid, andere erschienen fast in Alltagskleidung. Jede und jeder einfach, wie es gefiel“, erzählt Nina Hollung. „Manche haben erzählt, dass sie sich vorher nicht getraut hätten, allein in so einer großen Kirche zu heiraten - aber nun endlich die Gelegenheit fanden, den Wunsch doch umzusetzen.“

Alle Paare, egal ob getraut oder gesegnet, seien fröhlich, oft beseelt, gewesen. „Manche hielten sich lange, lange tief gerührt in den Armen und ich wäre am liebsten unsichtbar geworden, weil es solch innige Momente waren, so viel Liebe lag im Raum“, sagt Nina Hollung. „Es war wunderbar zu sehen, was der Segen auslöst.“

Auf die nächste Runde am 26.6.26 freuen sich die Celler schon, genau wie viele andere Gemeinden bundesweit. Nur eine kleine Sache werden Nina Hollung und ihr Team ändern: sie wollen die Stadt vorwarnen. Denn: „Die Gastronomen um die Stadtkirche herum hatten keinen Kuchen mehr, in den Kiosken war der Sekt alle und in den Bekleidungsgeschäften wunderte man sich über die plötzliche Nachfrage nach Hemden.“ Im Juni wird es vielleicht ähnlich aussehen – es gibt bereits 27 Anmeldungen, noch bevor die Werbung begonnen hat.

"Einfach Heiraten"

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Ein Segen oder eine kirchliche Trauung - beides ist möglich am Aktionstag 26.06.26 in vielen Gemeinden an über 300 Orten bundesweit. Ob mit Anmeldung oder spontan - die Paare sind herzlich willkommen, einen unvergesslichen Tag ohne großen Aufwand zu erleben. 

Christine Frank/EMA