Diakonie-Katastrophenhilfe zieht positive Jahresbilanz
Hannover. Die Menschen in Niedersachsen haben im vergangenen Jahr rund 2.368.000 Euro an die Diakonie Katastrophenhilfe gespendet. Das sei ein wichtiges Zeichen in einer Zeit, in der die öffentlichen Mittel für humanitäre Hilfe deutlich gesunken seien, teilte das Diakonische Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen am Mittwoch in Hannover mit. Bundesweit hat das evangelische Hilfswerk fast 30 Millionen Euro an Spenden erhalten, ungefähr so viel wie 2024.
Viele Spenden für Myanmar, Ukraine und Sudan
Den Angaben zufolge spendeten die Menschen für das schwere Erdbeben in Myanmar im März 2025 rund 3,6 Millionen Euro. Für Hilfsprojekte in der Ukraine gingen 2,2 Millionen Euro ein und für den Sudan 1,4 Millionen Euro. „Die Menschen sehen, wo Hilfe dringend gebraucht wird - und sie handeln solidarisch“, sagte die Referatsleiterin der Diakonie-Katastrophenhilfe in Hannover, Denise Irmscher.
Die öffentlichen Mittel fielen dem Hilfswerk zufolge 2025 rund ein Drittel niedriger aus als in den Vorjahren. Sie betrugen 18 Millionen Euro, sodass die Diakonie-Katastrophenhilfe 2025 insgesamt über 48 Millionen verfügte.
Hilfe für Syrien, Ukraine sowie den Hochwasserschutz in Deutschland
Die Projektausgaben beliefen sich auf insgesamt 59,6 Millionen Euro. Darin enthalten sind einer Sprecherin zufolge Teilfinanzierungen aus Projekten, die bereits vor 2025 begonnen haben. 4,5 Millionen Euro seien 2025 an die Ukraine geflossen und 9,2 Millionen Euro nach Syrien und in die Türkei, um die Folgen des Kriegs und der Erdbeben von 2023 zu überwinden. 6,5 Millionen Euro wurden für die Hochwasserhilfe und -prävention in Deutschland bereitgestellt.
Die 1954 gegründete Diakonie Katastrophenhilfe ist ein Hilfswerk für humanitäre Hilfe der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt das Werk Menschen, die von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung betroffen sind. Die Hilfe erfolgt unabhängig von politischer Einstellung, Religion, Geschlecht, Hautfarbe oder Nationalität.
Mittelkürzungen „kosten Menschenleben"
Berlin. Anhaltende Krisen in Nahost, der Ukraine, Sudan oder Afghanistan: Die Diakonie Katastrophenhilfe hat die Bundesregierung angesichts zahlreicher Konflikte weltweit dazu aufgerufen, ihre finanziellen Einschnitte für humanitäre Hilfe zurückzunehmen. «Die Kürzungen kosten Menschenleben und schwächen unsere Partner vor Ort, die schier Unglaubliches leisten», sagte die Präsidentin der evangelischen Hilfsorganisation, Dagmar Pruin, am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin. Trotz steigendem Bedarf seien 2025 die öffentlichen Mittel an das Hilfswerk um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr gesunken, die Zuwendung des Auswärtigen Amts seien mit 9,8 Millionen Euro im Vergleich sogar fast halbiert worden.
«Jeder dritte Euro für humanitäre Hilfe wurde weltweit in den vergangenen zwei Jahren gestrichen», sagte Pruin. «Deutschland kann mehr leisten, Deutschland muss mehr leisten», betonte die Präsidentin des Hilfswerks. Sie appellierte an die Bundesregierung, den Etat wieder auf das Niveau von 2022 anzuheben - damals stellte Deutschland rund 3,1 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe bereit.