Seit Februar 2025 schmückte ein großflächiges Kunstwerk des Künstlers Sebastian Peetz den Turm der Marktkirche in Hannover. Es verhüllte den Turm, während Bauarbeiten liefen. Jetzt haben die Initiatoren eine positive Bilanz des Projekts gezogen.
Hannover. Nach anderthalb Jahren haben Handwerker am Dienstag das großflächige Kunstwerk am Turm der evangelischen Marktkirche in Hannover wieder abmontiert. Das farbenfrohe Triptychon des hannoverschen Künstlers Sebastian Peetz mit dem Titel „Leben“ hatte den 97 Meter hohen Kirchturm, ein Wahrzeichen Hannovers, im Zuge von Sanierungsarbeiten an drei Seiten verhüllt und verziert. „Es ist zu einem temporären Wahrzeichen geworden“, bilanzierte Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes.
Das dreiteilige Kunstwerk zeigt auf 1.241 Quadratmetern in bunten Formen und Symbolen das Paradies, das Leben Jesu und die Schöpfungsgeschichte. Dafür waren drei riesige wetterfeste Planen am Turm angebracht worden. Chiffren stellten bunte Flüsse, einen Stern und Flammen sowie Pflanzen und Tiere dar.
Sponsoren trugen Kosten
„Uns war es wichtig, die Botschaft, die in der Kirche zu sehen und zu hören ist, nach außen auf den Marktplatz zu tragen“, sagte Marktkirchen-Pastor Marc Blessing. Das sei gelungen. Das Kunstwerk mit einem Gewicht von rund 600 Kilogramm habe weithin sichtbar über der Stadt geleuchtet.
Die Kosten von rund 80.000 Euro wurden finanziert durch den Gesundheitskonzern Diakovere, die Sparkasse und die VGH-Versicherung. In großen Stücken wurden die Planen am Dienstag vom Turm heruntergeschnitten, weil der Rückbau des Baugerüstes begann, auf dem das Kunstwerk befestigt war.
Aus Kunst werden Taschen
Das Material soll nun zu Taschen verarbeitet werden. Die Firma „maesh“ aus Hannover werde daraus rund 1.000 Sporttaschen, Rucksäcke oder Geldbeutel nähen und sie zum Verkauf anbieten. „Jede Tasche wird ein Unikat“, versprach maesh-Mitarbeiterin Isabel Winarsch.
Die Sanierung des Kirchturms war nötig geworden, weil Backsteine lose und bröckelig waren und herabzufallen drohten. Insgesamt seien etwa 6.500 Steine ersetzt worden, erläuterte der Architekt Wolfgang von Reitzenstein. Die Bauarbeiten kosteten rund 1,25 Millionen Euro.
Sanierung dauert noch bis zum Advent
Bis zum Beginn der Adventszeit sollen die Arbeiten vollständig abgeschlossen sein, sagte der Vorsitzende des Marktkirchen-Vorstands, Martin Germeroth: „Wir freuen uns, dass wir schon bald wieder unseren Turm in voller Schönheit sehen können.“