Niedersächsischer Missionsdirektor ins Amt eingeführt

Eine als Mann lesbare Person mit Glatze und Brille vor einer Wand.
Bild: ELM

Das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen blickt auf eine lange Tradition zurück und ist international bestens vernetzt. Am Pfingstmontag wurde sein neuer Direktor offiziell in sein Amt eingeführt.

Hermannsburg. Der Direktor des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen, Holger Siebert, ist am Pfingstmontag mit einem ökumenischen Gottesdienst offiziell in sein Amt eingeführt worden. Zu der Feier im Freien mit dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister waren rund 300 Gäste zum Lönsstein zwischen Hermannsburg und Müden gekommen, wie ein Sprecher des Missionswerks dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Rund 50 Bläserinnen und Bläser begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

Der evangelische Theologe und Finanzwirt Holger Siebert hat sein Amt bereits im November vergangenen Jahres angetreten. Er ist Nachfolger von Emmanuel Kileo. Im März 2025 hatte Siebert zunächst die Leitung der Abteilung „Globale Gemeinde“ des Missionswerkes übernommen.

Missionswerk mit Beziehungen zu 20 Partnerkirchen

Holger Siebert war den Angaben zufolge nach seiner Ausbildung bei der hessischen Finanzverwaltung und seinem Theologiestudium in Bethel und Marburg zunächst Pfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Bereits von 2021 bis 2024 begleitete er die Arbeit des niedersächsischen Missionswerkes als Mitglied im Missionsausschuss.

Sieberts Vorgänger Kileo war bereits nach anderthalb Jahren aus dem Amt des Direktors ausgeschieden. Mit dem aus Tansania stammenden promovierten Theologen hatte die traditionsreiche Einrichtung in Hermannsburg erstmals einen Pfarrer aus einem afrikanischen Land an ihre Spitze berufen.

Das Missionswerk wurde 1849 von Pastor Ludwig Harms (1808-1865) im Heideort Hermannsburg gegründet. International pflegt es langjährige Beziehungen zu 20 außereuropäischen Partnerkirchen mit mehr als 18 Millionen Christinnen und Christen. Neben der hannoverschen gehören die Landeskirchen Braunschweig und Schaumburg-Lippe zu den Trägerkirchen. Das Werk ist überdies mit der Union evangelischer Kirchen in Elsass und Lothringen verbunden.

Gratulation von Landesbischof Ralf Meister:

„Die Einführung von Holger Siebert als neuen Direktor des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen fällt in eine Zeit massiver globaler Verwerfungen. In einer solchen Welt stellt sich die Frage nach Sinn und Auftrag weltweiter Mission neu. Mission kann heute weniger denn je triumphal gedacht werden. Sie lebt nicht aus kultureller Überlegenheit oder aus dem Anspruch, finale Antworten zu besitzen. Christliche Mission bewährt sich vielmehr dort, wo sie die Fähigkeit stärkt, den anderen wahrzunehmen in seiner individuellen Geschichte und seiner geistlichen Ausrichtung.

Das Evangelium verweist uns auf eine Wahrheit, die größer ist als nationale oder konfessionelle Selbstbehauptung. Darum ist eine weltweite Kirche kein religiöses Nebenprojekt der Globalisierung, sondern ein geistlicher Lernraum. Wer mit Christinnen und Christen in anderen Teilen der Welt verbunden lebt, lernt die eigene Perspektive zu relativieren und gemeinsame Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit zu übernehmen.

Wir brauchen Orte, an denen nicht Feindbilder gepflegt, sondern Beziehungen ermöglicht werden. Dafür steht das ELM seit vielen Jahren: für das Gespräch zwischen Kirchen, für gegenseitiges Lernen und für die Einsicht, dass christlicher Glaube nur im Horizont der weltweiten Gemeinschaft verstanden werden kann.

Direktor Siebert wünsche ich für seinen Dienst theologische Klarheit, geistliche Weite und die Kraft, unterschiedliche Menschen und Perspektiven zusammenzuführen. Gottes Segen begleite ihn und alle, die in diesem Werk Verantwortung tragen.“

epd Niedersachsen-Bremen