Die Pläne der Bundesregierung, die Bedingungen für eine Krankschreibung neu zu regeln, schlagen hohe Wellen. Die Beauftragte für Wirtschaft der Landeskirche Hannovers mahnt an, die Ursachen für Fehltage ernster zu nehmen.
Hannover. Die Beauftragte für Wirtschaft der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat die Pläne der Bundesregierung zur Neuregelung der Krankschreibung von Arbeitnehmern als nicht zielführend kritisiert. Die Reform stelle Beschäftigte unter Generalverdacht, kritisierte Teamleiterin Laura Bekierman am Montag in Hannover. Sie verleite sie, krank zur Arbeit zu gehen, und belaste die Arztpraxen, statt die Ursachen der Krankheitstage ernst zu nehmen.
Wichtig sei der ehrliche Blick auf die Gründe für den Ausfall wie Arbeitsverdichtung, seelische Belastung oder unzureichende Prävention, betonte Bekierman. Hier stünden Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen in der Verantwortung: „Gute Arbeit beginnt nicht bei der Kontrolle von Krankheit, sondern bei der Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen.“
Hohe Fehlzeiten belasten Unternehmen wie Betroffene
Grundsätzlich sei es richtig, die Krankheitstage in Deutschland in den Blick zu nehmen – ökonomisch wie sozial, sagte Bekierman. Hohe Fehlzeiten belasteten Unternehmen wie Betroffene.
Die Bundesregierung hatte angekündigt, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag einzuführen. Kritik kam von Ärzte- und Sozialverbänden. Bekierman leitet das Team Arbeit und Wirtschaft in der Evangelischen Agentur der hannoverschen Landeskirche.