Gott geht mit auf allen Wegen

Andacht zum 21. Sonntag nach Trinitatis
Ein Weg in einem dunklen Park.
Bild: Canva / pexels

Der Autor

Ein Mann mit blauer Jacke und grünem Pullover lächelt.
Bild: privat
Jakob Kampermann ist Pastor und Mitglied der Evangelischen Medienarbeit (EMA) der Landeskirche Hannovers.

Eigentlich waren Psalmen Lieder. Eigentlich wurden Psalmen gesungen. Über die Jahre sind uns die Melodien verloren gegangen. Manchmal gibt es Notizen dazu, welche Instrumente zum Gesang zu benutzen sind. Wir haben jedoch nur noch die Texte. Psalmen werden auch in unseren Gottesdiensten als Gebete gesprochen.

Der bekannteste davon ist wohl der Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte…
Er erzählt von der Wegstrecke eines menschlichen Lebens. Da gibt es schöne Wegstrecken, grüne Wiesen und Bachläufe, Bänke am Wegesrand, die zum Ausruhen einladen. Solche Wegstrecken gibt es auf jedem Lebensweg. Und es gibt jemanden, der mich auf diesen Wegen führt. Der mir den Weg zeigt. In Psalm 23 ist es der Hirte. Er sorgt für mich. Mir wird nichts fehlen. Alles, was ich brauche, habe ich. Frisches Wasser und grüne Weiden, heißt es im Psalm. Ihr braucht wahrscheinlich noch ganz anderes, damit es Euch gut geht. Das wird ganz verschieden sein, was jeder und jede dafür benötigt.

Und dann heißt es:
„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.“

Auch solche Wegstrecken wird es auf jedem Lebensweg geben. Und da singt dieser Psalm, dass der Betende sich auch dort nicht fürchten muss. Die dunklen Täler und Wegstrecken, dadurch gibt es auch, aber eben die Furcht bei der Passage nicht, weil er auf diesem Weg nicht allein geht.

Gott ist auch dort mit dabei, mit auf diesen Wegen: 
„Du bereitest vor mir einen Tisch 
im Angesicht meiner Feinde.“

Trotz aller Widrigkeiten und Schwierigkeiten: 
„Du salbest mein Haupt mit Öl 
und schenkest mir voll ein.“

Klar: Im Leben gibt es auch Momente und Zeiten, die doof sind. Wo was Schlimmes passiert. Wir traurig sind oder wütend. Der Psalm singt davon, dass man, auch wenn man unglücklich ist, keine Angst haben muss. Oder wenn man Feinde hat... „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang“. Der Weg, den wir im Leben gehen, geht noch weiter als unser Leben. In diesem Weg steckt noch mehr Zukunft und Verheißung, so heißt es im letzten Vers: „und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

Amen.

Biblischer Text,
Psalm 23
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Jakob Kampermann