Hitzewallung

Andacht zum 4. Sonntag nach Trinitatis
Ein verschwommener Kopf mit Strohhut in der linken Bildhälfte vor einem Himmel mit ein paar Wolken. In der rechten Bildhälfte wird eine Hand gegen die Sonne gehalten.
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Christian Plitzko
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Pastor Christian Plitzko

Der Sommer ist da und mehr als je zuvor:

Der Sommerpsalm der Bibel singt: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“ (Psalm 19,2)

Oh ja: Licht satt! Wärme zur Genüge! Wie fröhlich wir Menschen werden können, wenn der Sommer da ist. Du auch? Eiscreme, Freibad und Biergarten! Wenn der Tag sich abkühlt, finde ich es am schönsten. Diese Welt streichelt mich mit einer Brise im Gesicht und an den Armen. Und Dich vielleicht auch?

[Gott] „hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; / sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen die Bahn.“ (Psalm 19,5b-6)

So manch einem scheint es zu heiß zu sein. Und im Winter zu kalt. Dir auch? Magst Du nicht trotzdem in den Lobgesang über die Herrlichkeit des Lebens einstimmen? Komm schon! So viel Licht wie jetzt gibt es selten. Gerade waren Sommersonnenwende und Johannistag.

Der – also der Johannes – sagt in der Bibel: „Ich muss abnehmen, er aber muss zunehmen!“ (Johannes 3,30)

Wie oft wir uns doch im Weg stehen. Weil wir meinen, das Leben fabrizieren zu müssen. Weil wir meinen, wenn unsere Kraft nicht da ist, zieht das Unglück ein. Weil wir selbst zu groß und Gottes Wirken zu klein sein soll.

Die Erfahrung der Weisen dagegen ist: Weniger werden macht reich. Hineingeben und mitschwimmen, wenn der Strom des Heiligen mich mitziehen und tragen mag, füllt mich auf.

„Und woran erkenne ich das Heilige?“, könntest Du nun fragen. „Nicht, dass ich den falschen Kräften hinterherlaufe?“ Meine Erfahrung ist: Wenn Gott kommt, erkennst Du ihn. Sieht schön aus und fühlt sich an wie Jesus.

„Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern und eine Nacht tut’s kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte.“ (Psalm 19,2-4)

Komm schon. Du! Es ist Sommer. Dein Blut soll aufkochen und Deine Seele heiß werden. „Mehr Licht“, sagte schon Goethe, bevor er starb. Lass uns eintauchen in die Hitze, einstimmen in Gottes Loblied jetzt. Und rausgehen. Und Liebe verteilen. Ohne Worte. Lass uns rausgehen jetzt und uns vom Heiligen liebkosen lassen.

Amen.

Biblischer Text,
Ps 19 1-11
Ein Psalm Davids, vorzusingen. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt. Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; / sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen die Bahn. Sie geht auf an einem Ende des Himmels / und läuft um bis wieder an sein Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen. Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise. Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind wahrhaftig, allesamt gerecht. Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim. 
Christian Plitzko