Der Sonntag heute trägt den Namen Quasimodogeniti. Es ist der erste Sonntag nach Ostern. Der Name leitet sich ab aus der lateinischen Liturgie. Wie Neugeborene.
Ich war bei den Geburten meiner Kinder dabei. Ich kann sagen, dass deren Mutter Unfassbares geleistet hat. Ich war persönlich überwältigt von eben diesen neugeborenen Kindern. Ob es aber erstrebenswert ist, so zu werden wie diese neugeborenen Kinder, mag ich gar nicht behaupten.
So wörtlich scheint das nicht gemeint zu sein. Trotzdem geht etwas ganz Neues los. Neues Leben. In dem Fall meiner Kinder so vieles, worüber ich heute immer wieder staune. Aber, das muss ich zugeben, da bin ich emotional gebunden.
Es geht etwas Neues los. Nach Ostern. Mit Ostern. Das proklamiert dieser Sonntag. Dieses Neue brauchen wir, braucht unsere Welt immer wieder. Eigentlich doch an jedem Tag der Woche.
Das ist biografisch so. Also auch mit Kindern und Eltern. Staunen spielt dabei immer wieder eine Rolle. Über kleine Menschen mit großen Augen. Und mit ihnen, wenn sie uns an die Hand nehmen und alles neu entdecken.
Politisch genauso, mit Frieden und Aushalten. Staunen auch da? Das wäre zumindest leiser als alle Gewalt, die wir überall wiederfinden. Dieser Gewalt etwas entgegenzusetzen, was so viel leiser und staunender ist, wäre etwas Neues. Geradezu erstaunlich.
Amen.
Jesaja 40,26–31
Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.
Warum sprichst Du denn, Jakob, und Du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? Weißt Du nicht? Hast Du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.