Landeskirche Hannovers vergibt zum fünften Mal den Jugendandachtspreis

Sonderpreise
Bild: Ole Einar Gröger
Die Gewinnerinnen und Gewinner der Sonderpreise. – Bild herunterladen

Die Gewinnerinnen und Gewinner des Jugendandachtspreises 2026 stehen fest. Zum fünften Mal hat die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers am Sonntag (1. November 2026) in der Jugendkirche Hannover besonders gelungene Andachten ausgezeichnet. In zwei Kategorien wurden Preise vergeben: für „face to face“-Andachten in Jugendgruppen oder auf Freizeiten sowie für Instagram-Videos. Die Beiträge sollten sich mit dem Motto „Alles neu“ auseinandersetzen – in Anlehnung an die Jahreslosung 2026 „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Der mit 500 Euro dotierte 1. Preis in der Kategorie „face to face“ wurde in diesem Jahr zweimal vergeben: an Anneke Hildebrandt (19) aus Celle und Neele Aydin (15) aus Münden. In der Kategorie „instAndacht“ gingen der 1. Preis und 500 Euro an Theda Severloh (15) aus Eldingen-Hohnhorst. Den 2. Preis und 250 Euro sicherte sich Jermaine Stilz (18) von der Evangelischen Jugend Holzminden-Bodenwerder. Zusätzlich erhalten die Erstplatzierten jeweils 3.000 Euro für Projekte ihrer Jugendgruppe.

„Ich bin sehr beeindruckt, wie persönlich und nahbar die Andachten sind“, sagte Diakonin Gianna Leja von der Nachwuchsförderung der Landeskirche Hannovers, die dieses Jahr zum ersten Mal für den Jugendandachtspreis verantwortlich war und die Veranstaltung gemeinsam mit Vikarin Leah Busch moderierte. Mit 79 Bewerbungen habe das Interesse noch einmal zugenommen (2024: 65). Auch wenn es anfangs gar nicht so aussah: Die meisten Andachten trudelten erst kurz vor dem Einsendeschluss ein. „Das kam über Nacht, wir hatten schon nicht mehr damit gerechnet“, so Leja.

Landesjugendpastorin Miriam Heuermann, die vor mehr als 200 Gästen auch die Grüße von Landesbischof Ralf Meister überbrachte, hatte eine Erklärung dafür: „Bei einigen von euch sah es, glaube ich, ungefähr so aus: Die Sommerferien stehen vor der Tür. Auf dem Bett liegt ein halb gepackter Rucksack. In der Hosentasche das Handy, 338 Tabs offen, und in einem davon der Jugendandachtspreis. Einsendeschluss in drei Tagen.“ Wer auf Freizeiten mitfahre, wisse, dass die Abendandacht meistens am Nachmittag davor entsteht, so die Landesjugendpastorin, „irgendwo auf einer Isomatte, zwischen Geländespiel und Küchendienst“.

Anneke Hildebrandt war da eine Ausnahme. „Ich habe noch nicht so viele Andachten geschrieben, aber das war die erste mit richtig viel Zeitaufwand“, erzählte sie nach der Preisvergabe. Die Regionalbischöfin Marianne Gorka hatte sich zum Besuch im Kirchenkreis Celle angemeldet und es brauchte eine Freiwillige für die Andacht. „Vor einer Regionalbischöfin offen über die eigenen Fragen an die Jahreslosung zu sprechen, kostet Mut, und du hast ihn gehabt“, lobte Heuermann in ihrer Laudatio. Die Andacht scheue vor schwierigen Fragen und Zweifeln nicht zurück, verbreite aber auch Hoffnung.

Neele Aydin war auf den Jugendandachtspreis aufmerksam geworden, weil sie während ihres Praktikums im Kirchenkreisjugenddienst einen Flyer gefunden hatte. Ihre Andacht lebt von der anrührenden Geschichte, wie ein Junge ein Bild malen möchte, es ihm misslingt und er das Blatt zerknüllt und wegwerfen möchte. Plötzlich kommt jemand, nimmt das zerknüllte Blatt, streicht es glatt und sagt: „Warte kurz.“ Diese Szene hatte es Laudator Andreas Behr, Superintendent des Kirchenkreises Gifhorn, angetan: „Da ist jemand, der nicht sofort urteilt. Jemand, der sich Zeit nimmt und in dem Bild noch etwas sieht, wo der Junge selbst nichts mehr erkennen kann.“ Das sei die Stärke der Andacht, so Behr. Sie beginne nicht mit einer großen theologischen Behauptung, sondern mit etwas Alltäglichem, „bei dem jede und jeder eigene Erfahrungen wiederfinden kann.“

Theda Severloh ist nach eigenem Bekunden „aus allen Wolken gefallen“, als sie bei der Preisverleihung nach vorn gerufen wurde. „Das hatte ich echt nicht erwartet.“ In ihrem Instagram-Video spricht eine Stimme von teuren Lebenshaltungskosten, Jobs, die durch KI ersetzt werden, Inflation und Klimawandel. „Das ist nicht bloß allgemeine Weltuntergangsstimmung. Das sind die echten Sorgen einer Generation, die gerade erwachsen wird“, gab Andreas Behr die Eindrücke der Jury wieder. Am Anfang und Ende brennt eine Kerze. Es geht um Menschen, die das Dunkel ein bisschen heller machen. Theda Severloh zitiert die Bibelstelle aus der Offenbarung: „Gott sagt: Ja, ich mache alles neu.“ Und endet mit einem eigenen Satz: „Jeder kleine Schritt zählt.“

Jermaine Stilz hatte mit seinem Video im Minecraft-Stil einen besonderen Zugang gewählt, der Laudatorin und Jury-Mitglied Lotta Egbert begeisterte. „Du begegnest den Jugendlichen im echten Leben. Du holst sie da ab, wo sie stehen oder in diesem Fall scrollen“, sagte die Preisträgerin 2024. In dem Computerspiel Minecraft arbeite man tagelang an einem Projekt, könne eine Farm, ein Haus oder ganze Welten erbauen, „und dann kommt ein Creeper und jagt alles in die Luft, wofür man die ganze Zeit gearbeitet hat“. Ihr komme das Gefühl, wenn alles schiefgeht, sehr bekannt vor. Und sie glaube, dass viele Jugendlichen das sofort verstehen. Die meisten Erwachsenen hingegen nicht, glaubt Egbert. „Und das meine ich nicht böse, aber wer nicht als Jugendlicher in der digitalen Welt aufgewachsen ist, der checkt einfach nicht, wie perfekt Jermaines Video da reinpasst.“

Auch Landesjugendpastorin Miriam Heuermann hatte zuvor betont, dass eine Jugendandacht eine Form für sich sei, mit eigenen Orten und einer eigenen Sprache. „Dieser Preis holt etwas ans Licht, das sonst eher leise geschieht.“ Musikalisch wurde die Preisverleihung von Popkantor Til von Dombois und Band begleitet, mit Songs, die das Motto „Alles neu“ aufnahmen. Neben den vier Hauptpreisen wurden für einzelne Kriterien wie Inszenierung, theologische Tiefe oder „Glitzersegen“ insgesamt 21 Sonderpreise (hochwertige Noise-Cancelling Kopfhörer) vergeben.

Anneke Hildebrandt
Bild: Ole Einar Gröger
Landesjugendpastorin und Laudatorin Miriam Heuermann, Preisträgerin Anneke Hildebrandt, Diakonin Gianna Leja (von links). – Bild herunterladen
Neele Aydin
Bild: Ole Einar Gröger
Laudator Andreas Behr, Preisträgerin Neele Aydin, Vikarin Leah Busch (von links). – Bild herunterladen
Theda Severloh
Bild: Ole Einar Gröger
Laudator Andreas Behr, Preisträgerin Theda Severloh, Vikarin Leah Busch (von links). – Bild herunterladen
Jermaine Stilz
Bild: Ole Einar Gröger
Diakonin Gianna Leja, Preisträger Jermaine Stilz, Laudatorin Lotta Egbert (von links). – Bild herunterladen

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Auf einen Blick

Hauptpreise:

  • 1. Preis face to face: Anneke Hildebrandt (Kirchenkreisjugenddienst Celle)
  • 1. Preis face to face: Neele Aydin (Gemeindejugendkonvent Münden)
  • 1. Preis instAndacht: Theda Severloh (Kirchengemeinde Eldingen-Hohnhorst)
  • 2. Preis instAndacht: Jermaine Stilz (Evangelische Jugend Holzminden Bodenwerder)

Sonderpreise:

  • „Stimmig mit Giveaway“: Clara Louisa Gebel (Evangelische Jugend Leine-Solling)
  • „mutig“: Lina Kuhlmann (Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder)
  • „Kreativer Einstieg“: Mika Darryn Anthony Biel (Region Nord Ev. Jugend Wesermünde)
  • „Inszenierung“: Tim, Lea, Justus, Nikita, Andreas, Darian, Maxim und Justus (Markuskirche Soegel)
  • „Komposition“ erhält Lea Sophie Winter (Evangelische Jugend Leine-Solling / Uslar)
  • „Prägnante theologische Hinführung“: Ida Laskowski (St. Marien-Kirchengemeinde Handorf)
  • „Tolles Anspiel“: Nika Lünstedt, Fiona Sophie Kinski, Anne Marie Beckmann (Evangelische Jugend Kehdingen)
  • „persönlich Predigen“ Carolin Wagener (Gesamtkirchengemeinde Lehrte)
  • „Bekenntnisse der Erneuerung“: Thorge Melzian, Paula Ewert (Evangelische Jugend Neu Wulmstorf / Elstorf)
  • „seelsorgerlich“: Nele Köster (Gesamtkirchengemeinde Wesermünde Nord-West)
  • „ungefiltert“: Celina Höller und Arne Toben (Kirchenkreisjugendkonvent des Kirchenkreises Harlingerland)
  • „Glitzersegen“: Mika Kleine-Heitmeyer, Mats Hockemeyer, Janick Perkuhn, Nick Schwanke, Linus Höckmann, Neele Bührmann, Frieda Lüke, Klara Höckmann (St.-Nikolai-Kirchengemeinde Bad Essen)
  • „Symbolik“: Karoline-Renée Funck (Gesamtkirchengemeinde An Der Hamme)
  • „Sensibles Gottesbild“: Hanna de la Chaux (Evangelische Jugend Gleichen/Göttingen Süd)
  • „Gute Fragen“: Mairi Hübner (Christuskirchengemeinde Lüneburg)
  • „Verständlichkeit“: Ben Höper (Sankt-Petri-Gemeinde Buxtehude)
  • „Theologische Tiefe“: Sylta Degenaar (Fischerhude)
  • „Junge Erwachsene“: Lotta Corleis (St.-Viti-Kirchengemeinde Heeslingen)
  • „Traumreise“: Katharina Wulfert (Lister Kirchengemeinde)
  • „Impuls“: Anna Brandt (Kirchenkreisjugenddienst Celle)
  • „Alltagsbezug“: Kiara Seifert (Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder)

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Hannover, den 2. November 2026

Lothar Veit
Pressereferent Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers

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