Kirchen in Stade und Hannover werden Teil der Nagelkreuzgemeinschaft

Ein Nagelkreuz auf einem Alter hinter einer aufgeschlagenen Bibel
Bild: epd-bild/Rolf Zöllner

Aus den Trümmern einer von deutschen Bomben zerstörten Kirche in England formte ein Pastor ein Kreuz aus verbogenen Nägeln. Heute ist es das Symbol der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft, die sich für Hoffnung auf Frieden und Verständigung einsetzt.

Hannover, Stade. Gleich zwei niedersächsische Kirchen werden Teil der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister wird am Sonntag um 17 Uhr in der Marktkirche von Hannover das Nagelkreuz aus Coventry in Empfang nehmen, wie der Kirchenkreis Hannover am Dienstag mitteilte. Bereits am Sonnabend um 14 Uhr feiert auch die St.-Wilhadi-Kirche in Stade die Aufnahme in das Netzwerk.

An dem Gottesdienst in Hannover wirken unter anderem der schaumburg-lippische Landesbischof Oliver Schuegraf als Vorsitzender der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland und die britische Dekanin der Coventry Cathedral, Kate Massey, mit.

Nagelkreuz aus Trümmern als Zeichen der Hoffnung

„Mit der Aufnahme in die Nagelkreuzgemeinschaft wird sichtbar, was die Marktkirche seit Jahrzehnten prägt: die Verantwortung aus unserer Geschichte mit dem konkreten Einsatz für Frieden und Versöhnung zu verbinden“, sagte Marktkirchen-Pastor Marc Blessing. „Das Nagelkreuz ist für uns deshalb Auszeichnung und Auftrag zugleich.“

Der bremische Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus ergänzte: „Das Nagelkreuz von Coventry zeigt eindrucksvoll: Die Hoffnung ist letztendlich stärker als die uns oftmals leider überkommende Resignation vor Hass, Gewalt und Krieg.“

Die Nagelkreuzgemeinschaft ist ein weltweites Netzwerk von Kirchen, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzen. Seit 2011 leitet Schuegraf als Vorsitzender den deutschen Zweigverein. Im November 1940 wurde die Kathedrale im englischen Coventry durch einen deutschen Luftangriff zerstört. Der damalige Domprobst setzte aus Nägeln des Dachstuhls ein Kreuz zusammen. Es wurde zu einem Zeichen für Vergebung, Verständigung und Versöhnung.

Ebenfalls am Sonntag wird die Bremische Evangelische Kirche im St.-Petri-Dom als erste deutsche Landeskirche in die Gemeinschaft aufgenommen. Erwartet wird unter anderem Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD).

epd Niedersachsen-Bremen