Hannover soll Holocaust-Mahnmal für Sinti und Roma bekommen

Ein brennendes Teelicht
Bild: Landeskirche Hannovers

Allein durch Spendengelder finanziert soll in Hannover ein Mahnmal zum Gedenken an die Sinti und Roma entstehen, die durch die NS-Diktatur starben. Auch die hannoversche Landeskirche unterstützt das Projekt.

Info

Spendenkonto bei der Hannoverschen Volksbank:
DE50 2519 0001 0430 7011 01

Hannover. Erstmals soll die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover ein Mahnmal zum Gedenken an die Sinti und Roma erhalten, die dem Völkermord durch die NS-Diktatur zum Opfer gefallen sind. Am 5. November soll der Entwurf dafür präsentiert werden, wie der „Förderverein Sinti und Roma Holocaust-Mahnmal Hannover“ mitteilte. An dem Gestaltungswettbewerb unter Schirmherrschaft des niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) hatten sich den Angaben zufolge fünf international renommierte Künstlerinnen und Künstler beteiligt.

Für die Errichtung des Mahnmals habe es vorab eine breite Unterstützung aller demokratischen Parteien im Bundestag, Landtag, Stadtrat und in der Regionsversammlung gegeben, hieß es. Auch Kirchen, Gewerkschaften und viele Institutionen und Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft setzten sich für das Mahnmal ein. Unter anderem kündigte die evangelische Landeskirche Hannovers am Montag an, das Mahnmal mit einer Zuwendung von 10.000 Euro zu unterstützen. Auch der Stadtrat der Landeshauptstadt hatte einstimmig die Errichtung des Mahnmals befürwortet.

Standort im Herzen der City

Mit dem künftigen Mahnmal solle ein zentraler Erinnerungsort am Opernplatz und Rathenauplatz in Hannover geschaffen werden, hieß es weiter. Der vorgesehene Standort wurde den Angaben zufolge im Einvernehmen mit dem Landesverband der jüdischen Gemeinden ausgewählt. Das Mahnmal soll in Sichtachse zum jüdischen Holocaust-Mahnmal des Italieners Michelangelo Pistoletto auf dem Opernplatz entstehen.

Der evangelische Landesbischof Ralf Meister sagte, es sei gut, dass in Hannover ein einzigartiger Gedenkort im Herzen der Stadt geschaffen werde. „Bis in die 1980er-Jahre mussten die deutschen Sinti und Roma um Entschädigung und Anerkennung des Völkermordes kämpfen.“ Für viele Sinti aus Hannover und Niedersachsen verliere sich ihre Spur „in der Hölle von Auschwitz“.

Gedenkort als Mahnung

Im sogenannten „Zigeunerlager“ seien dort in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 rund 4.200 Frauen, Kinder und alte Menschen ermordet worden. Der Gedenkort werde die bleibende Mahnung sein, dass so etwas nie wieder geschehen dürfe.

Björn Schlüter (epd)