Ein inklusives Konzertprojekt in der Marktkirche Hannover verbindet Beethovens "Pastorale" mit Lyrik und Tanz. Rund 80 Mitwirkende, darunter Geflüchtete und Menschen mit Gewalterfahrung, interpretieren das Werk neu.
Hannover. Ein inklusives Konzertprojekt in der hannoverschen Marktkirche will Beethovens sechste Sinfonie, die „Pastorale“, als Symbol für Hoffnung und Neuanfang in Szene setzen. Rund 80 Mitwirkende, darunter Geflüchtete sowie Menschen mit Behinderungen und Gewalterfahrung, gestalten am 26. und 27. September eine Aufführung, die Flucht, Ausgrenzung und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit thematisiert, wie die Projektinitiatorin Christiane Joost-Plate mitteilte. „Die Pastorale wird zum Spiegel persönlicher Geschichten, die von Verlust und dem Wunsch nach Harmonie erzählen.“
Die beiden Konzerte wagen den Angaben zufolge die Verbindung der Beethoven-Sinfonie, gespielt von der Hannoverschen Orchestervereinigung unter Leitung von Martin Lill, mit Lyrik von Hilde Domin, Wilhelm Müller und der syrischen Dichterin Rojin Namer. Weitere Elemente der Darbietung sind Tanz des Hamburger Kammerballetts, einer Kompagnie, die geflüchteten Tänzerinnen und Tänzern aus der Ukraine eine künstlerische Heimstatt bietet, sowie Improvisationen des Oldenburger BlueScreen-Ensembles, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenwirken.
Unvertraute Zugänge" zur Musik
Initiatorin Joost-Plate betonte, das Projekt wolle „unvertraute Zugänge“ zur Musik eröffnen: „Beethoven selbst fand trotz Ertaubung durch sein Schaffen einen Weg zurück ins Leben - diese Kraft möchten wir sichtbar machen.“ Die Konzerte beginnen am 26. September um 19:30 Uhr und am 27. September um 18:00 Uhr.