Forschende machen unter UV-Licht alte Beschriftungen sichtbar. Die Inschriften an der Michaeliskirche in Hildesheim galten seit dem 19. Jahrhundert als verloren.
Hildesheim. Forschende der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim haben Beschriftungen auf Spruchbändern von Heiligenfiguren an der Chorschranke der Michaeliskirche wiederentdeckt. Barbara Beckett, Professorin für Konservierung und Restaurierung von Steinobjekten, und ihr Masterstudent Andreas Fitze machten die Inschriften nachts mittels UV-Licht sichtbar, wie die Hochschule am Dienstag in Hildesheim mitteilte. Ultraviolette Strahlen regen die Fluoreszenz von Pigmenten an, die Aufnahmen gelingen deshalb nur bei Dunkelheit.
Die Inschriften galten bislang als verloren und waren nur durch Abschriften des Hildesheimer Privatgelehrten Johann Michael Kratz aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Ein Restaurierungsbericht aus dem Jahr 1991 hatte im UV-Licht noch nichts entdeckt. Beckett vermutet, dass sich die Lampentechnik seither verändert hat oder die Inschriften damals noch verdeckt gewesen sind. Die Göttinger Inschriften-Spezialistin Christine Wulf datierte den Fund in die Zeit der Romanik.
Weitere Forschungen stehen an
Die HAWK hat die Fotos der Beschriftungen der Inschriften-Kommission der niedersächsischen Akademie der Wissenschaften in Göttingen zur weiteren Erforschung übersandt. „In der Denkmalpflege gibt es immer wieder Entdeckungen, auch weil die restauratorischen Untersuchungsmöglichkeiten immer besser werden“, sagte Institutsleiterin Angela Weyer.