Nach Gewalttat in Stade: Kirchenkreis richtet Spendenkonto ein

Mehrere Teelichter in einer Kirche
Bild: Jens Schulze

Nach der Gewalttat in Stade mit sechs Todesopfern hat der evangelische Kirchenkreis Hannover ein Spendenkonto eröffnet. Mit dem Geld soll den betroffenen Familien schnell und unbürokratisch geholfen werden. Drei der Opfer stammen aus Hannover.

Info

Spendenkonto des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Hannover, IBAN DE50 5206 0410 7001 0001 01, Verwendungszweck: Soforthilfe Stade

Hannover. Nach der Gewalttat in Stade hat der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hannover in Zusammenarbeit mit der Region Hannover ein Spendenkonto für Soforthilfe-Maßnahmen eingerichtet. Ziel sei es, die Betroffenen und ihre Angehörigen in der Region schnell und unbürokratisch zu unterstützen, teilte der Kirchenkreis am Freitag in Hannover mit. Mehrere Bürger und Unternehmen hätten bereits Unterstützung zugesagt.

„Die Ereignisse haben uns alle tief getroffen“, sagte der Erste Regionsrat Jens Palandt. „Jetzt ist es wichtig, zusammenzustehen und den Menschen zu helfen, die am stärksten betroffen sind.“ Der evangelische Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes ergänzte, jede Spende trage dazu bei, den Menschen in dieser schweren Zeit beizustehen.

Sechs Todesopfer aus der Jugendhilfe

Am Montag waren nach Polizeiangaben in einer Jugendhilfe-Einrichtung in Stade bei Hamburg sechs Menschen getötet worden. Hintergrund ist mutmaßlich ein Streit um das Sorgerecht für ein drei Monate altes Kind. Ein 45-jähriger Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft, die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor.

Bei den Getöteten handelte es sich um vier Frauen und zwei Männer aus der Jugendhilfe. Drei arbeiteten in dem Mutter-Kind-Heim in Stade, drei in der Region Hannover. Der Fall hat bundesweit Betroffenheit und Anteilnahme ausgelöst.

Unter den Todesopfern ist unter anderem eine junge Mutter aus Hannover, die zwei Kinder im Alter von drei und vier Jahren hinterlässt. Die Kinder sind nun Vollwaisen, weil vor einigen Wochen bereits der Vater der Familie verstorben war.

epd Niedersachsen-Bremen