Elbekirchentag 2026: Regionalbischöfin ruft zur Hoffnung auf

Landesbischof Ralf Meister hält Tischrede an einer 140 Meter langen „Blauen Tafel“
Zwei als Frauen und eine als Mann lesbare Personen im Talar halten einen Plüsch-Otter.
Bild: Andreas Schoener

Drei Tage lang hat die evangelische Kirche an der Mündung der Elbe in die Nordsee den Elbekirchentag 2026 gefeiert und über den Glauben und gesellschaftliche Themen diskutiert. Zum Abschluss rief Regionalbischöfin Preuschoff zur Hoffnung auf.

Otterndorf/Kreis Cuxhaven. Die Stader Regionalbischöfin Sabine Preuschoff hat zum Abschluss des Elbekirchentags in Otterndorf zu mehr Hoffnung und gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgerufen. Drei Tage lang sei mit Glauben, Gebet und Gesang hoffnungsvoll gefeiert worden, sagte sie in ihrer Abschlusspredigt am Sonntag in der St.-Severi-Kirche. Nun gelte es, diese Hoffnung in den Alltag zu übertragen. Vom 19. bis 21. Juni wurde der Elbekirchentag erstmals auf Einladung des evangelischen Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln in Otterndorf gefeiert. Er stand unter dem Motto „Mee(h)r Blau-Töne“.

Preuschoff (auf dem Foto mit Superintendentin Kerstin Tiemann, rechts, und deren Stellvertreter Klaus Volkhardt) verwies auf aktuelle Herausforderungen wie Kriege, den Druck auf demokratische Werte, gesellschaftliche Spaltungen sowie Sorgen um Arbeitsplätze, die Zukunft kommender Generationen und den Zustand der Erde. Viele ältere Menschen seien einsam und junge Menschen plagten Zukunftsängste. „Manchmal fühlt es sich so an, als ob die Hoffnung knapper wird“, sagte sie laut Redemanuskript.

„Brücken bauen statt Mauern“

Die Regionalbischöfin warnte jedoch davor, die Hoffnung zu verlieren. Veränderungen entstünden oft im Kleinen. Hoffnung beginne „mit einem Gespräch, einer Begegnung, einem Menschen, der zuhört“. Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung in Zeiten wachsender Unsicherheit sei von großer Bedeutung. Die Gesellschaft brauche Menschen, die „Brücken bauen statt Mauern, zuhören statt nur urteilen“ und Menschlichkeit stärker machten als Angst.

Eine als Mann lesbare Person mit Schiebermütze steht mit Mikrofon auf einer Bank und hält an einer langen Tafel im Freien eine Rede.
Bild: Andreas Schoener
Landesbischof Ralf Meister hielt die Tischrede an der 140 Meter langen „Blauen Tafel“ in der Innenstadt von Otterndorf.

Landesbischof Ralf Meister nahm am Samstagabend an einer rund 140 Meter langen „Blauen Tafel“ in der Innenstadt teil. Dort hatten sich Vertreter verschiedener Kirchengemeinden des Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln versammelt, um zu speisen, miteinander ins Gespräch zu kommen und beisammen zu sein. Der Landesbischof musste sich für Tischrede und Tischgebet sogar auf eine der Bierbänke stellen, damit er auch an den jeweiligen Enden der „Blauen Tafel“ gesehen wurde.

Superintendentin Kerstin Tiemann reichte dem Gast aus Hannover mundgerechte Stücke von Honigmelone, die mit Schinken umwickelt waren. Zudem beschenkte sie den Landesbischof mit einem „Elbi“ – das Stofftier von putziger Gestalt ist Maskottchen des Elbekirchentages 2026 in Otterndorf.

Der Elbekirchentag wird seit seiner Gründung 2008 im sächsischen Coswig bei Meißen alle zwei Jahre an einem anderen Ort an der Elbe begangen. Wo genau der Elbekirchentag 2028 gefeiert wird, ist noch unklar. Derzeit schließen sich zwischen Brandenburg und Sachsen die evangelischen Kirchenkreise Bad Liebenwerda und Torgau-Delitzsch zusammen. Der dann neue Kirchenkreis wird die Einladung aussprechen.

epd Niedersachsen-Bremen/EMA