Paul-Gerhardt-Preis: Drei Gewinner aus der Landeskirche Hannovers

Mehrere als Frauen und Männer lesbare Personen stehen vor einem Orchester in einer Kirche.
Bild: Rolf Zöllner

350 Jahre nach seinem Tod kann der Theologe und Dichter Paul Gerhardt nach wie vor die Menschen begeistern. In Berlin wurden jetzt die Gewinner eines Kompositionswettbewerbes geehrt – drei davon aus der Landeskirche Hannovers.

Hannover/Berlin. Diese Nachricht freut nicht nur Margot Käßmann: Gleich mehrfach wies die frühere hannoversche Landesbischöfin in ihrer Laudatio darauf hin, dass drei Gewinner des Paul-Gerhardt-Preises 2026 aus „ihrer“ Landeskirche kommen. Käßmann sprach als Schirmherrin des Preises, der zum 350. Todestag von Paul Gerhardt in der Berliner Nikolaikirche verliehen wurde – dem Ort, an dem der Namensgeber des Preises lange wirkte. Die Auszeichnung war gemeinsam von der VELKD​, der Paul-Gerhardt-Gesellschaft und den Magazinen chrismon​ und Zeitzeichen​ ausgelobt worden.

Der Lüneburger Musiker und Komponist Daniel Stickan gewann den mit 3.000 Euro dotierten 1. Preis für seine Neuvertonung des Paul-Gerhardt-Liedes „Du, meine Seele, singe“. Das Lied wurde wie alle anderen Siegertitel vom Berliner Staats- und Domchor sowie der lautten compagney BERLIN unter der Leitung von Kai-Uwe Jirka aufgeführt. Stickans Werk war zudem bereits Bestandteil des ZDF-Fernsehgottesdienstes am 10. Mai aus der Nürnberger St. Egidien-Kirche. Dort wurde der Komponist auch interviewt.

Eine als Mann und eine als Frau lesbare Person in einer Kirche bei einer Preisverleihung.
Bild: Rolf Zöllner
Daniel Stickan (1. Preis) nimmt die Glückwünsche von Schirmherrin Margot Käßmann entgegen.

Der mit 2.000 Euro dotierte zweite Preis ging an den Kölner Gymnasiallehrer Steffen Langkamp für seine Melodie zu „Nun ist der Regen hin“. Die 1.000 Euro Preisgeld für den dritten Platz wurden geteilt und gingen an den Theologie-Professor Peter Bubmann für seine Melodie zu „Befiehl du deine Wege“ und den Popkantor im Kirchenkreis Verden, Micha Keding, für einen Gospelsong zu „Nun danket all und bringet Ehr“. Einen undotierten Sonderpreis erhielt die Diepholzer Popkantorin Sonja Lenzer für ihren Popsong mit Bandarrangement zu „Du, meine Seele, singe“.

Eine als Mann und eine als Frau lesbare Person in einer Kirche bei einer Preisverleihung.
Bild: Rolf Zöllner
Micha Keding, Popkantor aus Verden, hat den 3. Preis gewonnen.
Eine als Frau lesbare Person steht in einer Kirche. Im Vordergrund ist ein Streichinstrument zu sehen.
Bild: Rolf Zöllner
Die Diepholzer Popkantorin Sonja Lenzer nahm den Kreativ-Sonderpreis entgegen.

Margot Käßmann erinnerte sich an ihre ersten Begegnungen mit den Gerhardt-Liedern in der heimischen Küche, wenn ihre Großmutter „Du meine Seele, singe“ sang. „Der Dichter“, sagte sie, „erfand eine Sprache, die bis heute Menschen treffen und bewegen kann. Er kannte die Höhen und vor allem die furchtbaren Tiefen des Lebens und hat beides in Glaubensgewissheit verbunden.“ Konrad Klek, Professor für Kirchenmusik in Erlangen und als Präsident der Paul-Gerhardt-Gesellschaft Vorsitzender der Wettbewerbsjury, berichtete von der abwechslungsreichen Sichtungsarbeit, aus knapp 500 Einsendungen drei herauszuheben.

EMA / VELKD