Das im 12. Jahrhundert gegründete frühere Zisterzienser-Kloster Loccum bei Nienburg ist Teil einer besonderen Kulturlandschaft. Diese wurde mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, das am Sonnabend offiziell enthüllt wurde.
Loccum. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und Bürgermeister Martin Franke (Stadt Rehburg-Loccum) haben gemeinsam mit dem Ersten Kreisrat Lutz Hoffmann am Sonnabend offiziell das Europäische Kulturerbe-Siegel am früheren Zisterzienser-Kloster Loccum bei Nienburg enthüllt. Mit der Veranstaltung „Kulturerbe entdecken in der Klosterlandschaft Loccum“ wurde die bereits vor zwei Jahren verliehene Auszeichnung jetzt öffentlich gewürdigt und für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht, teilte eine Sprecherin des Kulturerbe-Projekts „Cisterscapes“ mit.
Das im 12. Jahrhundert gegründete und heute evangelische Kloster zählt den Angaben zufolge zu den bedeutendsten historischen Anlagen der Region und ist eingebettet in eine bis heute ablesbare Kulturlandschaft. Diese wurde als Teil des europäischen Kooperationsprojekts „Cisterscapes“ mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Das Netzwerk verbindet 17 Klosterlandschaften in mehreren europäischen Ländern und macht das gemeinsame Erbe der Zisterzienser sichtbar.
Am Sonnabend luden Meister als Abt des Klosters und Franke auch dazu ein, die rund sieben Kilometer lange Route des Kleinen Klosterlandschaftswegs zu erkunden, wie es hieß. Unter anderem gab es eine digitale Schnitzeljagd („Actionbound“), eine Stempel-Sammel-Aktion und eine öffentliche Führung.
Das zwischen Weser und Steinhuder Meer gelegene Kloster wurde 1163 von Zisterzienser-Mönchen gegründet und wechselte um das Jahr 1600 zum evangelischen Glauben. Heute ist es ein geistliches Zentrum der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der größten protestantischen Landeskirche in Deutschland. Seit mehr als 200 Jahren dient es als Predigerseminar für angehende Pastoren und Pastorinnen in Niedersachsen und Bremen.
Loccum gilt neben dem Kloster Maulbronn in Baden-Württemberg als das am besten erhaltene Zisterzienser-Kloster nördlich der Alpen. Das Kloster gehört heute zur „Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland“.