Viviann Bollmeier in Scharnebeck als Diakonin eingesegnet

Menschen in Festtagskleidung vor einer Kirche.
Bild: Anne-Katrin Schwanitz/Sprengel Lüneburg

Scharnebeck. Am Sonntag hat Regionalbischöfin Marianne Gorka Viviann Bollmeier in der St.-Marien-Kirche in ihr Amt als Diakonin eingesegnet. Der Gottesdienst stand unter dem Leitwort aus Philipper 4,13: „Ich bin allem gewachsen durch den, der mich stark macht.“

Viviann Bollmeier wird künftig in der Zukunftsgemeinschaft Mitte des Kirchenkreises Lüneburg für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie Jugendlichen tätig sein. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Politikwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover, bevor sie sich für ein Studium der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit an der Hochschule Hannover entschied, das sie 2024 mit dem Bachelor abschloss. Ihr beruflicher Weg verbindet damit theologische, pädagogische und soziale Perspektiven, die sie in ihrer Arbeit mit jungen Menschen zusammenführen möchte.

Jugendliche begleiten und beteiligen

„An der Arbeit mit jungen Menschen finde ich besonders schön, sie in einem bedeutsamen Lebensabschnitt begleiten zu dürfen und ihnen in Angeboten der Jugendarbeit zu ermöglichen, ihre Stärken zu entdecken und Fähigkeiten weiterzuentwickeln, fernab vom Leistungsdruck, zum Beispiel in der Schule“, sagt Bollmeier. Wichtig sei ihr, dass Jugendarbeit nicht nur Inhalte vermittle, sondern auch Beziehung, Beteiligung und Orientierung ermögliche. „Ich möchte in meiner Arbeit also auch einen Raum schaffen, in dem Konfis und Jugendliche miteinander Gemeinschaft leben können und Möglichkeiten zur Partizipation und Orientierung finden“, so die Diakonin.

Dazu gehöre auch, Kirche als Ort zu erfahren, an dem Fragen ausdrücklich erlaubt seien. Jugendliche sollten die Möglichkeit haben, sich eine eigene Meinung zu bilden und Glauben lebensnah zu entdecken. Genau darin sieht Bollmeier einen Kern ihrer künftigen Aufgabe: junge Menschen ernst zu nehmen, sie zu stärken und ihnen zuzutrauen, eigene Wege zu gehen.

Zuspruch für den neuen Dienst

Regionalbischöfin Marianne Gorka stellte in ihrer Predigt die Ermutigung in den Mittelpunkt, die mit dem Dienst als Diakonin verbunden ist. „Du musst nicht alles aus dir selbst heraus können. Christus in dir befähigt dich, stattet dich aus mit Kraft und Begabungen“, sagte sie in ihrer Ansprache. Der neue Dienst sei nicht als zusätzlichen Leistungsdruck zu verstehen, sondern als Weg im Vertrauen darauf, dass Menschen nicht allein auf ihre eigene Stärke angewiesen sind.

Auch für Viviann Bollmeier selbst ist das Bibelwort aus Philipper 4,13 eng mit diesem Tag verbunden. „Ich bin allem gewachsen durch den, der mich stark macht. Dieser Vers erinnert mich daran, dass Gott mich stark macht und macht mir Mut“, sagt sie. Mit der Einsegnung verbinde sie den Eindruck, nun wirklich in ihrem Beruf angekommen zu sein.

Prägende Gemeinschaftserfahrungen als Jugendliche

Ihr Weg in die Kirche begann früh im Ehrenamt. Prägend waren für sie Gemeinschaftserfahrungen auf Sommerfreizeiten und die Erfahrung, als Jugendliche gehört und beteiligt zu werden. Daraus sei der Wunsch gewachsen, selbst Verantwortung zu übernehmen und etwas von dieser Haltung weiterzugeben. „Das möchte ich auch weitergeben“, sagt Bollmeier.

Der Gottesdienst wurde musikalisch von Orgel, Posaunenchor Scharnebeck und Flötenkreis gestaltet. Bollmeiers Familie sowie vier Segenspatinnen und -paten begleiteten die 25-Jährige.

Anne-Katrin Schwanitz/Sprengel Lüneburg