Hinrichsfehn. In einem feierlichen Gottesdienst ordinierte Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer Julia Olivia Leppke am vergangenen Samstag in der evangelisch-lutherischen Versöhnungskirche in Hinrichsfehn zur Pastorin. Sie ist nun für die Kirchengemeinden Hinrichsfehn und Wiesmoor zuständig.
In einer liebevoll gestalteten und spürbar herzlichen Atmosphäre feierte die Gemeinde diesen besonderen Moment. Auch wenn Julia Leppke bereits seit dem 1. Februar im Dienst ist, bedeutet die Ordination für sie einen wichtigen Schritt auf dem Weg in den pfarramtlichen Dienst – verbunden mit Freude, Erwartung und Respekt vor den neuen Aufgaben.
Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer, Sprengel Ostfriesland-Ems, nahm in ihrer Predigt diesen besonderen Übergang in den Blick. Sie sprach von der Mischung aus Aufbruchsstimmung und Unsicherheit, die mit einem solchen Neubeginn verbunden ist, und stellte den Ordinationsspruch aus dem Buch Josua (Jos 1,9) in den Mittelpunkt: „Sei mutig und stark! Fürchte dich nicht und hab keine Angst, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, wohin du auch gehst.“ Dieses biblische Mutmach-Wort begleitet nicht nur die Geschichte des Volkes Israel, sondern auch Menschen heute in Zeiten des Aufbruchs.
Für Julia Leppke ist dieser Zuspruch eng mit ihrem eigenen Lebensweg verbunden. Der Wunsch, Pastorin zu werden, begleitet die 28-Jährige bereits seit ihrer Konfirmandenzeit – und hat seine Wurzeln vor allem in ihrer Heimatkirchengemeinde Eidinghausen-Dehme. Dort war sie seit ihrem sechsten Lebensjahr bis zum Ende ihres Studiums aktiv und sammelte zahlreiche prägende Erfahrungen, die sie maßgeblich dazu bewogen haben, den Beruf der Pastorin zu ergreifen.
Naheliegend entschied sie sich für ein Studium der Evangelischen Theologie und behielt ihr Berufsziel stets klar im Blick. Für sie gab es immer nur diesen einen Plan A – und der fühlte sich von Anfang an richtig an. Ihr Vikariat absolvierte sie in Holtland im Kirchenkreis Emden-Leer. Auch dort sammelte sie wertvolle Erfahrungen in der Gemeindearbeit und lernte zugleich die Region Ostfriesland intensiv kennen, die für sie längst zu einer zweiten Heimat geworden ist.
Die große Verbundenheit mit ihrem neuen Wirkungsort wurde auch während der Ordination deutlich: Die Kirchenvorstandsvorsitzende der Hinrichsfehntjer Versöhnungskirchengemeinde, Gertrud Lembke, sowie die Pastorin Eva Caesar und Kirchenvorsteherinnen aus der Kirchengemeinde Wiesmoor hießen sie herzlich willkommen, ebenso die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Wiesmoor, Gabriele Münch. Auch aus ihrer Heimatgemeinde, der Kirchengemeinde Eidinghausen-Dehme, sowie aus ihrer Vikariatsgemeinde, der Marienkirchengemeinde Holtland, wurden ihr gute Wünsche und Segenswünsche mit auf den Weg gegeben.
Als Pastorin möchte Julia Leppke vor allem eines in den Mittelpunkt stellen: die Menschen – ihre Lebensgeschichten, Fragen und ihren Glauben. Kirche versteht sie als gelebte Gemeinschaft. Gebäude und Strukturen seien wichtig, doch entscheidend sei, dass Menschen vor Ort ihren Glauben leben und Gemeinschaft erfahren können.
Dafür möchte sie zuhören, wahrnehmen und gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern Wege entwickeln. Neben bewährten Formen sollen auch neue Ideen Raum bekommen – etwa alternative Gottesdienstformate oder neue musikalische Impulse. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit den Menschen vor Ort Wege zu finden, wie Glaube heute gelebt werden kann: sowohl im klassischen Gottesdienst als auch darüber hinaus im Alltag.
Zum Abschluss ihrer Predigt gab Sabine Schiermeyer Julia Leppke persönliche und zugleich ermutigende Worte mit auf den Weg. Sie betonte, dass Leppke sich an diesem besonderen Tag nicht selbst stärken und segnen könne – dies geschehe durch Gott. Zugleich erinnerte sie daran, wie oft sie sich auf ihrem bisherigen Weg behütet und geleitet gefühlt habe. Mit dem Bild eines Leuchtturms, der Schiffe sicher durch die Nacht führt, beschrieb Schiermeyer Gottes Wirken durch Mut machende Worte, Lieder und Begegnungen mit Menschen. Abschließend ermutigte sie die frisch Ordinierte: „Nur Mut! In der Liebe liegt Stärke und keine Angst. Gehen Sie los – und Gott geht mit seinem Segen mit und lässt Sie zum Segen werden!“
Mit ihrer Ordination ist nun auch sichtbar vollzogen, was bereits Anfang Februar begonnen hat: Julia Leppke ist in ihrem Dienst angekommen. Begleitet von ihrem Ordinationsspruch und getragen von ihrer Freude an der Arbeit mit Menschen möchte sie Kirche vor Ort lebendig und zukunftsfähig gestalten.