Langenhagen. Loki ist ein knapp sechs Jahre alter Australian-Shepherd-Rüde mit braun-weißem Fell, neugierigem Blick, viel Geduld – und einem festen Job in der evangelischen Kindertagesstätte der Elisabeth-Kirchengemeinde in Langenhagen. An jedem Dienstag und Donnerstag tut er dort Dienst und hat sich dabei längst einen Platz im Herzen der Kinder, der Mitarbeitenden und der Eltern erobert.
Anfang 2024 erhielt Kita-Leiterin Tabea Pipenbrink eine Bewerbung von Alina Jeremies-Sczakiel: Die junge Frau wollte als Erzieherin in der Elisabeth-Kita tätig werden. In ihrer Bewerbung hatte sie vermerkt, dass sie einen Hund hat – und Tabea Pipenbrink wurde aufmerksam. Nach dem Ende der Probezeit suchte sie gemeinsam mit ihrer neuen Mitarbeiterin nach einer Ausbildungsmöglichkeit für diesen Hund, die sie schließlich in Wunstorf fanden.
„Ich bin 100-prozentig überzeugt von der tiergestützten Pädagogik und habe damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Pipenbrink. „Wir hatten schon Schafe, Hühner und einen Therapiehund hier in der Kita.“ Nun sollte Loki zum Kita-Hund ausgebildet werden, und er machte dabei gerne mit. Gemeinsam mit Jeremies-Sczakiel absolvierte er einen viermonatigen Lehrgang mit abschließender praktischer Prüfung, außerdem auch einen Wesenstest. Seine Besitzerin bestand die theoretische Prüfung, schrieb eine Hausarbeit und, gemeinsam mit ihrer Kita-Leiterin, ein Konzept für Lokis Einsatz in der Kindertagesstätte.
Im November 2025 begann dann Lokis Eingewöhnungsphase: Im Büro von Tabea Pipenbrink erhielt er einen festen Platz für sein Hundebett, und interessierte Kinder konnten einzeln ins Büro kommen und mit ihm Kontakt aufnehmen. Anfang März kam dann der nächste Schritt: Im Bewegungsraum der Kita dürfen sich Kinder in kleinen Gruppen mit dem Hund beschäftigen – natürlich nie, ohne dass seine Besitzerin dabei ist.
„Wir achten darauf, dass es klare Regeln für alle gibt“, sagt Alina Jeremies-Sczakiel. Eine dieser Regeln lautet, dass Loki nicht in der Kita herumläuft – sein Platz ist im Büro, dem „Ruheraum“, oder im Bewegungsraum, seinem „Arbeitsraum“. Alle Kinder, die sich mit dem Hund beschäftigen wollen, wurden mit Fotos von Hunden in verschiedenen typischen Körperhaltungen vorbereitet – Angst, Aggression, Spielfreude oder Entspannung lassen sich an diesen Bildern deutlich ablesen.
„Es fasziniert mich, wie auch sonst sehr stille Kinder während der Beschäftigung mit Loki anfangen zu sprechen und sich mitzuteilen“, sagt Tabea Pipenbrink. Alle gingen mit großer Aufmerksamkeit und Behutsamkeit mit dem Tier um, und auch die Mitarbeitenden hätten ihre Freude an Loki. Mehr als einmal habe sie beobachtet, so Pipenbrink, dass auch Kinder, von denen sie dies nicht gewohnt sei, zum respektvollen Umgang mit einem anderen Wesen in der Lage seien.
Zur Information der Eltern wurde Loki auch auf die Fotowand der Mitarbeitenden im Flur der Kita aufgenommen: Neben einem Foto des „vierbeinigen Kollegen“ hängt hier das Zertifikat, das den erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung zum pädagogischen Begleithund bescheinigt.