Kultusministerin zu Religionsunterricht: Christentum steht im Fokus

Ein Gruppe von weiblich und männlich zu lesenden Personen steht in einem Halbkreis und in der Mitte halten drei Personen ein Schriftstück in die Höhe.
Bild: Jens Schulze/Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen

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Hannover. Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) hat den in einigen Medien erhobenen Vorwürfen widersprochen, im neuen christlichen Religionsunterricht kämen christliche Inhalte zu kurz. Das neue Fach, das ab dem Sommer schrittweise die Fächer katholische und den evangelische Religion ersetzen soll, sei „selbstverständlich“ bekenntnisgebunden, sagte die Ministerin am Sonnabend in Hannover.

Die evangelischen Landeskirchen und die katholischen Bistümer hätten das bundesweit einzigartige und wegweisende Modell des christlichen Religionsunterrichts selbst entwickelt. Sie hätten auch dafür gesorgt, dass im aktuellen Entwurf der Lehrpläne christliche Themen, Handlungsperspektiven und Glaubenserfahrungen „im Fokus des Faches stehen werden“, sagte Hamburg. „Die aktuellen Schlagzeilen zum geplanten neuen Religionsunterricht in Niedersachsen verzerren die Tatsachen.“

Die Ministerin reagierte damit auf Berichte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und der „Bild“. Darin wurde bemängelt, dass in den Lehrplan-Entwürfen zum christlichen Religionsunterricht Jesus nur noch in fünf der rund 130 Themen vorkomme. „Dafür ist unter anderem die Rede von der Scharia und den UN-Klimazielen“, heißt es in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag).

Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen betonte in einer Stellungnahme, der Unterricht werde religiöse Grundfragen des Menschen auf der Grundlage des Christentums diskutieren. Religiöse Bildung sei für Kinder und Jugendliche wichtig, „um mit den Herausforderungen des modernen Lebens, den multiplen Krisen und der Gestaltung von Zukunft umgehen zu können“. Die Hoffnung auf die Auferstehung Jesu Christi, die die Kirchen an Ostern feiern, sei dabei zentral.

Die Unterrichtsinhalte seien aber im Detail noch nicht endgültig festgelegt. Die von Lehrkräften, Kirchenvertretern und Religionspädagogen entwickelten Entwürfe befänden sich in der Anhörung und könnten noch verändert werden. Auch die voraussichtlich Ende April vorliegende Endfassung sei vorbehaltlich der Zustimmung der Kirchen wie auch des Landtages.

Die SPD-Fraktion im Landtag kritisierte die Berichterstattung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und der „Bild“ als verantwortungslos. „Hier wird bewusst mit Verzerrungen und Schlagworten gearbeitet, um Stimmung zu machen und gesellschaftliche Spaltung zu befeuern“, sagte der religionspolitische Sprecher Thore Güldner. Der neue christliche Religionsunterricht stelle christliche Inhalte klar in den Mittelpunkt.

Das neue Fach „Christliche Religion“ soll an die Stelle der bisherigen Unterrichtsfächer evangelische und katholische Religion treten. Ab August 2026 sollen evangelische und katholische Schüler der Klassen 1 bis 10 gemeinsam in Religion unterrichtet werden, statt wie bisher zumeist getrennt. Das Fach ist offen für weitere Interessierte, die keiner Kirche angehören.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen