In einer psychischen Notlage ist es wichtig, schnell Ansprechpartner zu finden – auch am Wochenende. In der Region Hannover können sich Menschen an den Psychosozialen Krisendienst wenden, den Diakonie und Caritas jetzt übernommen haben.
Hannover. Diakonie und Caritas übernehmen künftig gemeinsam die Trägerschaft für den „Psychosozialen/Psychiatrischen Krisendienst“ (PPKD) in der Region Hannover. Der Krisendienst wende sich an Menschen in einer psychischen Krise, Menschen in suizidalen Krisen und deren Angehörige sowie Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder seelischen Behinderung, wie die Region am Mittwoch mitteilte. Das Besondere dabei sei, dass er am Wochenende und an Feiertagen Anlaufstelle sei. Er fülle eine Versorgungslücke, wenn andere Angebote oft nicht besetzt seien.
1997 ins Leben gerufen, war der PPKD den Angaben zufolge viele Jahre in den Händen der Seelhorst-Stiftung, die ihre Trägerschaft zum Ende 2025 abgegeben hat. Nach einer europaweiten Ausschreibung übernähmen jetzt das Diakonische Werk Hannover und der Caritasverband Hannover den Dienst. Dieser biete Hilfesuchenden niedrigschwellig und auf Wunsch auch anonym Entlastung – zu 95 Prozent am Telefon oder auch im persönlichen Gespräch. Die Mitarbeitenden schalteten bei Bedarf weitere Hilfen wie Rettungsdienst oder Polizei ein. Seit dem Jahr 2005 habe es insgesamt rund 36.000 Beratungen gegeben.
Gemeinsame Trägerschaft
„Mit dem Wechsel der Trägerschaft schaffen wir stabile Strukturen für die Zukunft des Krisendienstes“, sagte Regionspräsident Steffen Krach (SPD). Die Region habe ihre Förderung von 115.000 auf rund 250.000 Euro jährlich erhöht. Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp erläuterte: „Viele Menschen erleben die Beratung als erste Stütze in Momenten größter Not.“
Der Krisendienst ist laut den Angaben vom Standort Podbielskistraße an den Lister Platz gezogen. Die neuen Räume befinden sich im Evangelischen Beratungszentrum in der Oskar-Winter-Straße 2. Die Telefonnummer 0511/30033470 bleibt bestehen.