Wer macht uns Hoffnung? Im früheren Israel fiel oft den Prophetinnen und Propheten diese Aufgabe zu. Menschen spürten den Ruf Gottes und sie wurden gesalbt als Ausdruck ihrer Beauftragung.
„Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat.“ (Jesaja 61,1)
Auch wenn wir die Salbung heute im biblischen Sinn kaum mehr kennen, ist die Herausforderung nach wie vor aktuell: Wir suchen nach Wegen der Hoffnung. Um uns neu auszurichten auf das Gute. Wir suchen nach Hoffnung gegen das Elend, wir bemühen uns, festzuhalten an der Hoffnung für eine starke Weltgemeinschaft. Wir suchen nach Worten und Hoffnungsgesten, die Trost, wenigstens einen Halt schenken, selbst in trostlosen Zeiten. Dass der Blick – bei aller Schwere – auch das Gute und Frohmachende erfasst.
Genau das spricht uns Gott in der Taufe zu. Durch die Taufe sind wir hineingerufen in die Gemeinschaft derer, die Gott suchen und finden, die den Glauben und die Hoffnung weitertragen und in der Nachfolge Jesu stehen. Jesu Leben hatte Ziel und Anker in der Verkündigung der Liebe Gottes zu uns Menschen – im Bezeugen der Hoffnung trotz aller Widrigkeiten des Lebens.
Als Christinnen und Christen sind wir Gerufene, eben diese Hoffnung wach zu halten, uns gegenseitig zu ermutigen, Raum zu öffnen für Gottes Herrlichkeit selbst inmitten unseres Alltags.
Und was für eine unvergleichlich starke Hoffnung geht davon aus, wenn uns die Botschaft ins Herz spricht. Wenn der Glanz des Weihnachtssterns in unseren Augen reflektiert, wenn unser Glaube auch in den gottverlassensten Momenten aufleuchtet und Hoffnung schenkt.
Welche Hoffnung geht davon aus, wenn wir Gesten, womöglich auch Worte finden, um Menschen in Trauer, in Angst beizustehen. Welche Hoffnung geht davon aus, wenn wir miteinander den Mut finden, neue Wege zu gehen für eine menschenfreundliche Welt.
So oft leuchtet sie auf: Gottes Hoffnung mitten unter uns.
Wer macht uns Hoffnung?
Gott wird Hoffnung geben – auf seine Weise. Manchmal vertraut, manchmal ganz neu. Gott wird Hoffnung geben zu seiner Zeit, und jede und jeder von uns ist berufen Verkünderin und Verkünder dieser Hoffnung sein.
Amen.
Jesaja 61,1–3.10–11
Und man soll ihr Geschlecht kennen unter den Völkern und ihre Nachkommen unter den Nationen, dass, wer sie sehen wird, erkennen soll, dass sie ein Geschlecht sind, gesegnet vom Herrn.
Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt. Amen