Zukunftsfragen: Reform der landeskirchlichen Sprengel

Daniel Aldag
Eine männlich gelesene Person mit sehr kurzen Haaren, dunkler Brillenfassung, weißem Hemd, blauer Krawatte und dunklem Jackett.
Bild: Jens Schulze
Christoph Goos

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Wie viele Sprengel braucht die Landeskirche Hannovers? Diese Frage steht nicht erst seit dem Weggang von Regionalbischöfin Petra Bahr aus dem Sprengel Hannover auf der Agenda. Die 26. Landessynode hat sich auf die Suche nach einer Antwort gemacht: Nach der XII. Tagung im Frühjahr 2025 haben die kirchenleitenden Gremien gemeinsam einen Ausschuss ins Leben gerufen. Was hat er vor? Wie geht es weiter? Fragen an den Ausschussvorsitzenden, den Synodalen Daniel Aldag (Sprengel Ostfriesland), und seinen Stellvertreter Christoph Goos, den juristischen Vize-Präsidenten im Landeskirchenamt. 

Ein neuer Ausschuss befasst sich mit der Reform der landeskirchlichen Sprengel. Was war der Anlass für die Gründung dieses Ausschusses und welches Ziel verfolgt er?

Der Zukunftsprozess der Landeskirche wird durch den Grundsätzeausschuss begleitet. Dieser beschreibt in seinem 10-Maßnahmen-Plan die Notwenigkeit einer Reform der Leitungsebene „Sprengel“. Zusätzlich waren im Frühjahr 2025 gerade zwei regionalbischöfliche Stellen nicht besetzt. So entwickelte sich während der Tagung des Landessynode im Mai dieses Jahres die Idee, dieses Momentum zu nutzen und kurzfristig die Diskussion zu beginnen. Am Ende stand dann der Beschluss der Landessynode einen gemeinsamen Ausschuss aller kirchenleitenden Organe einzusetzen.

Geht es alleine um einen geographischen Neuzuschnitt der Sprengel oder auch um inhaltliche Fragen? Wenn dies: Um welche?

Es soll zunächst vor allem um inhaltliche Fragen gehen, da der geographische Neuzuschnitt der Sprengel davon abhängt, welche Funktion sie künftig haben sollen. Im Zentrum der Überlegungen des Ausschusses steht die Frage, welche Bedeutung und Aufgaben das regionalbischöfliche Amt künftig haben soll. Da im Ausschuss erfreulicherweise auch die Oldenburgische Kirche vertreten ist, wird auch die Perspektive einer Kirche in Niedersachsen mitbedacht werden.

Wird dies alle Sprengel der Landeskirche Hannovers betreffen?

Ja, die inhaltliche Neuausrichtung des regionalbischöflichen Amtes und der Sprengel wird alle Sprengel betreffen.

Mit welchem Zeitrahmen ist zu rechnen? Und wie gelingt für diesen Ausschuss der Übergang von der 26. zur 27. Landessynode, die im Februar 2026 ihre Arbeit aufnimmt?

Der Auftrag des Ausschusses reicht bis zur zweiten Tagung der 27. Landessynode im Frühjahr 2026. Die ersten Beratungen machen aber schon deutlich, dass diese Zeit nicht ausreichen wird. Daher wird der Ausschuss voraussichtlich eine Verlängerung des Auftrags bis zur Herbsttagung im November 2026 beantragen. Es ist davon auszugehen, dass die 27. Landessynode dem zustimmen wird.

Der Sprengel Hannover ist gegenwärtig ohne geistliche Leitung. Hat der neue Ausschuss für diese Situation einen Vorschlag für die Gestaltung der Übergangsphase?

Der Ausschuss hat in seiner ersten Sitzung vorgeschlagen, bei notwendigen Neubesetzungen in der Übergangsphase kürzere Amtszeiten vorzusehen. Der Landessynodalausschuss hat mittlerweile eine entsprechende Regelung getroffen, der die 26. Landessynode zugestimmt hat. Das Landeskirchenamt kann nun mit Zustimmung des Landessynodalausschusses bei der Besetzung vakanter Stellen die Amtszeit auf längstens fünf Jahre festsetzen und der Personalausschuss ein entsprechendes Besetzungsverfahren für den Sprengel Hannover einleiten. 

EMA