Die christlichen Kirchen und Wohlfahrtsverbände in Hannover laden zu einer Andacht zum Gedenken an verstorbene Wohnungslose ein. Bei der ökumenischen Feier unter dem Leitwort „Unvergessen“ werden die Namen der Toten verlesen.
Hannover. Die christlichen Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände in Hannover erinnern am Montag, 9. November, an verstorbene wohnungslose Menschen. Unter dem Leitwort „Unvergessen“ richten die evangelische und die katholische Kirche sowie Diakonie und Caritas eine ökumenische Andacht für die Verstorbenen der Wohnungslosenhilfe und anonym Bestattete aus, wie die Veranstalter am Donnerstag in Hannover mitteilten. Dabei sollen die Namen der Verstorbenen verlesen werden. Die Andacht beginnt um 9.30 Uhr im Garten vor dem Tagestreffpunkt der Caritas in der Calenberger Neustadt.
„Mit dieser Andacht erinnern wir an Menschen, die im Schatten gelebt haben und wir wollen sie aus dieser Dunkelheit herausholen“, betonte der Propst der katholischen Kirche in der Region Hannover, Wolfgang Semmet. Jeder Mensch habe im Leben und im Sterben die gleiche Würde. Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp unterstrich: „Bei Gott und in unseren Herzen haben Menschen, die einsam sterben, einen Namen und sind unvergessen.“
Hunderte Bestattungen von Amts wegen
Nach Angaben der Verbände starben im Vorjahr mindestens 55 Menschen aus der hannoverschen Wohnungslosenszene. Diese Personen würden von Amts wegen bestattet: anonym, meist nach einer Einäscherung, ohne Angehörige und ohne kirchliche Begleitung, hieß es. Auch die Lage des Grabes bleibe unbekannt.
Die Stadt Hannover verzeichnet den Angaben zufolge im Durchschnitt 350 Bestattungen von Amts wegen pro Jahr, auch von anderen Verstorbenen ohne Angehörige. Musikalisch werde die Andacht vom Wohnungslosenchor Hannover begleitet, hieß es. Zudem könnten Teilnehmende Kerzen auf ein aus Tüchern gelegtes Kreuz stellen.