Nach dem Teileinsturz einer evangelischen Kindertagesstätte in Wolfsburg hat Landesbischof Ralf Meister den Einsatzkräften und Kita-Mitarbeitenden gedankt. Die schnelle Organisation eines neuen Obdachs für 88 Kinder sei ein großer Erfolg.
Wolfsburg. Nach der Explosion in einer evangelischen Kindertagesstätte in Wolfsburg hat der hannoversche Landesbischof Ralf Meister den Beschäftigten für ihr schnelles Krisenmanagement gedankt. Es sei ein Schock gewesen, doch er empfinde zugleich große Dankbarkeit über die hohe Kompetenz vor Ort, sagte der leitende evangelische Geistliche am Sonntagabend bei einem Besuch in Wolfsburg. Dass die Einrichtung eine Woche zuvor an einem Tag eingestürzt sei, als sich niemand in dem Gebäude befunden habe, bezeichnete Meister als unglaublichen Glücksfall.
In einer solchen Katastrophensituation müsse eine Leitungsperson mit ihrem Team und dem gesamten Fachpersonal zügig Lösungen finden, betonte der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Er habe sich sehr darüber gefreut, wie hochprofessionell und erfolgreich gearbeitet worden sei. Ursprünglich habe er befürchtet, dass die Klärung der Lage Wochen dauern könnte.
Kitas als Schlüsselphase für Kinder
Kindertagesstätten seien für junge Menschen eine entscheidende Lebensphase, unterstrich Meister. Die Kirche wolle Kindern viel zutrauen und ihnen einen sicheren Rahmen bieten, um sie auf ihrem Weg in eine bessere Welt zu begleiten. Mit rund 700 Kitas in der Landeskirche Hannover und fast 1.000 Einrichtungen in ganz Niedersachsen sei die evangelische Kirche landesweit der größte freie Anbieter in diesem Bereich.
Bei einer Explosion am Morgen des 20. September, einem Sonntag, war etwa ein Drittel des Gebäudes der Martin-Luther-Kindertagesstätte am Schachtweg eingestürzt. Laut Polizei sind weitere Bereiche einsturzgefährdet. Der Sachschaden beläuft sich auf eine sechsstellige Summe. Menschen wurden nicht verletzt.
Für alle 88 betroffenen Kinder und das gesamte Martin-Luther-Team konnte nach Angaben des Kirchenkreises bereits ein neues Obdach im ehemaligen Heilpädagogischen Kindergarten in der Goethestraße gefunden werden. Nach einer Übergangsphase mit Notbetreuungen soll dort in wenigen Wochen der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden.