Ermittlungen nach Kita-Explosion in Wolfsburg dauern an

Ein Zaun mit einem Schild, darauf steht: Zutritt verboten
Bild: Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen

Ein Drittel des Gebäudes ist eingestürzt, der Schaden geht in die Hunderttausende: Nach der Explosion in einer Wolfsburger Kita dauert die Suche nach der Ursache an. Die Kinder sollen in anderen Einrichtungen betreut werden.

Wolfsburg. Die Untersuchungen zur Ursache der Explosion in einem Wolfsburger Kindergarten dauern voraussichtlich bis in die kommende Woche an. Am 30. September werde eine Baumaschine die Trümmer des eingestürzten Bereichs entfernen, sodass der Gutachter seine Arbeit fortsetzen könnte, teilte die Polizei in Wolfsburg am Mittwoch mit. Am Sonntagmorgen hatte eine Explosion das Martin-Luther-Kinder- und Familienzentrum in Wolfsburg vollständig zerstört. Die Polizei ermittelt, ob es sich bei der vermuteten Gasexplosion um Fremdverschulden oder einen technischen Defekt handelt.

Der evangelische Superintendent Christian Berndt warnte am Dienstag bei einem Informationsabend für die betroffenen Familien der 88 Kinder vor der Verbreitung von Vermutungen und Spekulationen. „Wir sind alle sehr dankbar, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, sagte der Theologe. Es sei noch viel zu früh, um zu wissen, wie es mit der Kita weitergehe.

Vertrauter Alltagsort ist weggefallen

Die pädagogische Geschäftsführerin der insgesamt 15 evangelischen Kindertagesstätten und drei Familienzentren, Stefanie Heidemann-Müller, sagte, alle habe die Situation bestürzt. Für Kinder, Familien und Mitarbeitende sei ein vertrauter Alltagsort weggefallen: „Ein Ort, an dem wir gelebt, gespielt, gelacht, gearbeitet haben.“

Allen 88 Kindern könne allerdings in den kommenden Tagen ein Betreuungsplatz in anderen Einrichtungen angeboten werden, unterstrich Heidemann-Müller. „Wir wollen so viel Vertrautes wie möglich erhalten.“ Bei der Explosion war nach Angaben der Polizei etwa ein Drittel des Gebäudes eingestürzt, weitere Bereiche seien einsturzgefährdet. Die Schadenshöhe liege im „hohen sechsstelligen Bereich“.

Laut Superintendent Berndt gebe es auch viele Hilfsangebote von Menschen aus der Stadt. „Es tut gut zu wissen, dass wir nicht allein dastehen.“ Ein Spendenkonto für die Martin-Luther-Kita sei eingerichtet und auf der Internetseite des Kirchenkreises zu finden.

Charlotte Morgenthal (epd)