Nach Kita-Explosion: Superintendent warnt vor Spekulationen

Ein Gebäude in Trümmern
Bild: Stadt Wolfsburg

Ein vertrauter Ort ist plötzlich weg: Nach der Explosion in einem Wolfsburger Familienzentrum müssen sich 88 Kinder und ihre Familien auf einen neuen Alltag einstellen.

Wolfsburg. Wenige Tage nach der Explosion in einem Wolfsburger Kindergarten hat der evangelische Superintendent Christian Berndt vor der Verbreitung von Vermutungen und Spekulationen gewarnt. „Wir sind alle sehr dankbar, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, sagte der Theologe am Dienstagabend. Am Sonntagmorgen hatte eine Explosion das Familienzentrum in Wolfsburg vollständig zerstört. Die Polizei ermittelt mit Gutachtern, ob es sich um Fremdverschulden oder einen technischen Defekt handelt.

Es sei noch viel zu früh, um zu wissen, wie es mit der Kita weitergehe, betonte Berndt bei einem Informationsabend für die betroffenen Familien der 88 Kinder. Die pädagogische Geschäftsführerin der insgesamt 15 evangelischen Kindertagesstätten und drei Familienzentren, Stefanie-Heidemann-Müller sagte, alle habe die Situation bestürzt. Für Kinder, Familien und Mitarbeitende sei ein vertrauter Alltagsort weggefallen: „Ein Ort, an dem wir gelebt, gespielt, gelacht, gearbeitet haben.“

Betreuung vorerst an anderen Orten

Allen 88 Kindern könnte allerdings in den kommenden Tagen ein Betreuungsplatz in anderen Einrichtungen angeboten werden, hieß es. So könnten ganze Gruppen geschlossen an anderen Orten betreut werden. Dabei würden auch die Herausforderung der zusätzlichen Wege und Wegezeiten mit berücksichtigt. Kinder sollten ausdrücklich nicht auf einzelne freie Plätze verteilt werden, es sei denn dies sei der Wunsch der Eltern. „Wir wollen so viel Vertrautes wie möglich erhalten.“

Laut Superintendent Berndt gebe es auch viele Hilfsangebote von Menschen aus der Stadt. „Es tut gut zu wissen, dass wir nicht allein dastehen.“ Bislang müssten dafür noch Fragen geklärt werden, aber ein Spendenkonto für die Martin-Luther-Kita sei eingerichtet und auf der Internetseite des Kirchenkreises zu finden.

Sachschaden im sechsstelligen Bereich

Bei der Explosion am Sonntagmorgen war nach Angaben der Polizei etwa ein Drittel des Gebäudes eingestürzt, weitere Bereiche seien einsturzgefährdet. Die Schadenshöhe liege im „hohen sechsstelligen Bereich“.

epd Niedersachsen-Bremen