Nach Explosion im Familienzentrum: Kirchenkreis sucht nach Lösungen

Ein Gebäude in Trümmern
Bild: Stadt Wolfsburg

Nach einer Explosion in einem evangelischen Familienzentrum in Wolfsburg sucht der Kirchenkreis nach Ausweichquartieren für 88 Kinder. Bei dem Unglück am Sonntag wurde niemand verletzt.

Wolfsburg. Einen Tag nach der Explosion und vollständigen Zerstörung des Wolfsburger Martin-Luther-Kinder- und Familienzentrums sucht der Kirchenkreis nach Lösungen für die betroffenen Familien. Menschen seien bei dem Vorfall nicht zu Schaden gekommen, teilte der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen am Montag in Wolfsburg mit. Die Polizei habe das Gebäude gesichert und beschlagnahmt. Sachverständige untersuchten nun die Ursache für das Unglück.

In ersten Krisensitzungen berate der Kirchenkreis über die weitere Betreuung der 88 betroffenen Kinder. „Eine fertige Lösung, wo wir die 88 Kinder aus dem Martin-Luther Kinder- und Familienzentrum kurzfristig unterbringen können, haben wir noch nicht, aber es zeichnen sich Lösungen ab“, erklärte Stefanie Heidemann-Müller, pädagogische Leiterin der 15 evangelischen Kindertagesstätten und drei Familienzentren in Wolfsburg. Alle fünf Gruppen an einem gemeinsamen Ort unterzubringen, werde voraussichtlich nicht möglich sein.

Shuttle-Service für Familien geplant

Nach Angaben von Heidemann-Müller können dennoch alle Kinder in evangelischen Einrichtungen versorgt werden, vier der fünf Gruppen jeweils als geschlossene Einheit. Zudem bestehe die Option, drei komplette Gruppen in städtischen Gebäuden unterzubringen. Um die Eltern zu entlasten, bemühe sich der Kirchenkreis um einen Shuttle-Service von einem zentralen Sammelpunkt aus, der von vertrauten Fachkräften begleitet werden soll.

Die Eltern hätten trotz ihres Schocks verständnisvoll reagiert, sagte Heidemann-Müller. Das Team des zerstörten Zentrums sei sehr bedrückt und traurig. Die 15 evangelischen Einrichtungen in Wolfsburg hätten dem betroffenen Zentrum umfassende Unterstützung zugesagt.

Defekt oder Fremdverschulden

Bei der Explosion am Sonntagmorgen war etwa ein Drittel des Gebäudes eingestürzt, weitere Bereiche seien einsturzgefährdet, teilte die Polizei mit. Ursache könne sowohl eine Gasexplosion infolge eines technischen Defekts als auch Fremdverschulden sein. Die Schadenshöhe liege im „hohen sechsstelligen Bereich“.

epd Niedersachsen-Bremen