Die Landeskirche Hannovers trauert um Prof. Dr. Ingrid Lukatis, die am 25. August 2026 im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Ingrid Lukatis war mit ihrem Ehemann Wolfgang Lukatis eine prägende Gestalt der Pastoralsoziologischen Arbeitsstelle der Landeskirche (PSA).
Bereits kurz nach der Gründung der Arbeitsstelle im Jahr 1973 gehörte sie, bzw. gehörten beide der von Prof. Dr. Karl-Fritz Daiber begründeten Pastoralsoziologischen Arbeitsstelle der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. Hier wurde in einer neuen Form die Ausbildung der Vikare und Vikarinnen mit sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden, mit pastoralsoziologischer Forschung zur kirchlichen Praxis und zum Verhältnis von Religion und Gesellschaft kombiniert. Der Name Lukatis stand dabei für einen hohen sozialwissenschaftlichen Qualitätsanspruch in Forschung und Ausbildung.
1994 wurde die PSA und damit auch die Tätigkeit von Ingrid Lukatis in der neuen Form des Pastoralsoziologischen Instituts (PSI) als An-Institut der Evangelischen Hochschule Hannover stärker mit dem wissenschaftlichen Kontext verknüpft. Und schließlich erlebte sie noch kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand 2005 im Jahr 2004 die Zusammenführung des PSI mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut Bochum unter dem Dach der EKD zum heutigen Sozialwissenschaftlichen Institut in Hannover (SI-EKD), dem Ingrid und Wolfgang Lukatis auch im Ruhestand lange verbunden geblieben sind.
Die Landeskirche Hannovers verdankt Ingrid Lukatis wichtige Impulse und Studien, etwa zu Religion und Geschlechterverhältnis und zum freiwilligen Engagement in der Kirche.
Der Theologische Vizepräsident des Landeskirchenamtes Ralph Charbonnier dazu: „Generationen von angehenden Pfarrpersonen in der hannoverschen Landeskirche wurden darin geschult, Kirche als Akteurin in Zivilgesellschaft und Gesamtgesellschaft zu sehen und den fremden Blick auf Kirche einzunehmen, um das Miteinander von Kirche und Gesellschaft besser ausüben zu können. Ingrid Lukatis hat damit Grundlagen für die Sozialraumorientierung der Kirche gelegt, die zu einem Leitbild unserer Kirchenentwicklung geworden ist. Mit ihrer Begeisterung für die sozialwissenschaftliche Betrachtung von Kirche hat sie Vikarinnen und Vikare angesprochen und deren Horizont erweitert. Wir werden sie als engagierte Forscherin und interessierte und inspirierende Gesprächspartnerin in dankbarer Erinnerung behalten. Wir trauern mit ihrem Ehemann Wolfgang Lukatis und wissen sie in Gottes Hand.“