Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin herrscht bundesweit Entsetzen. In Neustadtgödens wollen Menschen mit einem solidarischen Gebet ihre Unterstützung für die queere Community zeigen.
Neustadtgödens. Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin laden das Team vom CSD Wilhelmshaven, die evangelische Gemeinde Gödens und das ökumenische Rogate Kloster St. Michael am Montagabend zu einem solidarischen Gebet für die queere Community ein. Die Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr in der evangelischen Kirche Gödens, wie der Pfarrverwalter, Bruder Franziskus, am Sonntag mitteilte. Eine ursprünglich geplante Andacht mit der niedersächsischen Landtagspräsidentin Hanna Naber werde in das solidarische Gebet eingebunden.
Zeichen gegen Hass und Gewalt
„Wir wollen damit ein Zeichen setzen: gegen Hass und Gewalt, für Menschenwürde, Respekt und ein friedliches Zusammenleben“, sagte Bruder Franziskus. Viele queere Menschen erlebten Verunsicherung und Angst. Das Gebet solle den Zusammenhalt stärken: „Ihr seid nicht allein. Wir stehen an eurer Seite!“ Gemeinde und Kloster veranstalten in den Sommermonaten eine Andachtsreihe mit Gästen aus der Politik. Neben Naber wird dazu im August auch Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) erwartet.
Ein 21-Jähriger, der als islamistischer Gefährder galt, war den Ermittlungen zufolge während des Berliner CSD mit einem Transporter in die Menschenmenge im Tiergarten gefahren. Anschließend soll er Menschen mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Eine Frau wurde bei dem Anschlag getötet, 29 Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Spandau tödlich verletzt.
Am Samstag hatten beim CSD Hunderttausende für Menschenrechte und Vielfalt demonstriert. Die Veranstaltung wurde nach dem Vorfall abgebrochen. Der Christopher Street Day (CSD) erinnert an einen Aufstand der Homosexuellen-Community 1969 in New York.