Das im 12. Jahrhundert gegründete frühere Zisterzienser-Kloster Loccum bei Nienburg ist Teil einer besonderen Kulturlandschaft. Diese wurde mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, das am 9. Mai offiziell enthüllt werden soll.
Loccum. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und der Loccumer Bürgermeister Martin Franke (parteilos) enthüllen am 9. Mai offiziell das Europäische Kulturerbe-Siegel am früheren Zisterzienser-Kloster Loccum bei Nienburg. Mit der Veranstaltung „Kulturerbe entdecken in der Klosterlandschaft Loccum“ werde die bereits vor zwei Jahren verliehene Auszeichnung jetzt öffentlich gewürdigt und für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht, teilte eine Sprecherin des Kulturerbe-Projekts „Cisterscapes“ am Dienstag mit. Das Programm beginnt um 11 Uhr.
Das im 12. Jahrhundert gegründete und heute evangelische Kloster zählt den Angaben zufolge zu den bedeutendsten historischen Anlagen der Region und ist eingebettet in eine bis heute ablesbare Kulturlandschaft. Diese wurde als Teil des europäischen Kooperationsprojekts „Cisterscapes“ mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Das Netzwerk verbindet 17 Klosterlandschaften in mehreren europäischen Ländern und macht das gemeinsame Erbe der Zisterzienser sichtbar.
Von Zisterziensern gegründet
Am 9. Mai laden Meister als Abt des Klosters und Franke auch dazu ein, die rund sieben Kilometer lange Route des Kleinen Klosterlandschaftswegs zu erkunden, wie es hieß. Unter anderem sind eine digitale Schnitzeljagd („Actionbound“), eine Stempel-Sammel-Aktion und eine öffentliche Führung ab 13 Uhr geplant.
Das zwischen Weser und Steinhuder Meer gelegene Kloster wurde 1163 von Zisterzienser-Mönchen gegründet und wechselte um das Jahr 1600 zum evangelischen Glauben. Heute ist es ein geistliches Zentrum der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der größten protestantischen Landeskirche in Deutschland. Seit mehr als 200 Jahren dient es als Predigerseminar für angehende Pastoren und Pastorinnen in Niedersachsen und Bremen.
Loccum gilt neben dem Kloster Maulbronn in Baden-Württemberg als das am besten erhaltene Zisterzienser-Kloster nördlich der Alpen. Das Kloster gehört heute zur „Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland“.