Hannover. Rund 500 Jugendliche aus ganz Niedersachsen haben am Mittwoch im Astor Kino Hannover die Preisverleihung des inklusiven Kurzfilmwettbewerbs „ganz schön anders“ erlebt. Unter dem diesjährigen Motto „ganz schön (un)fair“ wurden die besten Schüler*innenfilme ausgezeichnet. Insgesamt hatten mehr als 140 Filmteams aus Förder- und Regelschulen der Klassen 7 bis 10 in Niedersachsen Filmbeiträge eingereicht. Die Filme setzen sich mit Gerechtigkeitsfragen in Schule, Familie und Gesellschaft auseinander. In den prämierten fünf Filmen geht es um so unterschiedliche Themen wie Schwulenfeindlichkeit, Flucht und Vertreibung, eine Superhelden-Schule und Mobbing.
Der 1. Preis geht an die Oberschule Essen (Landkreis Cloppenburg) für den Film „Akademie der Superhelden“. Der humorvolle Kurzfilm erzählt von Außenseiterinnen, die sich ihren Platz in einer Superhelden-Schule erkämpfen. Die Jury lobte insbesondere die kreativen Spezialeffekte, die selbstgebauten Requisiten und die vielschichtige Erzählweise. Den Film gibt es hier zu sehen.
Der Hauptpreis für den ersten Platz ist eine Filmreise nach Berlin mit Besuch des Filmparks Babelsberg.
Den 2. Preis erhält die Oberschule Wathlingen für „Der schwule Kaiser“. Der Film zeigt eindrücklich, wie aus abwertenden Sprüchen offene Ausgrenzung und Hass gegen über schwulen Lehrer entstehen können. Die Jury hob die starke Bildsprache, das intensive Schauspiel und die klare Haltung gegen Diskriminierung hervor. Den Film gibt es hier zu sehen
Der 3. Preis und der Publikumspreis gehen an die Gutenbergschule in Leer (Ostfriesland) für „Bruder im Wind“. Der Film überzeugte sowohl die Fachjury als auch das Jugendliche Publikum auf YouTube, wo er die meisten Klicks und Likes aller Wettbewerbsfilme sammelte. Der Kurzfilm erzählt die Familiengeschichte eines Schülers, es geht um Krieg, Flucht und Verlust – aber auch von Hoffnung und Ankommen. Besonders gewürdigt wurde der persönliche Zugang und die Verbindung von Trauer und Zuversicht. Den Film gibt es hier zu sehen.
Der Preis der Jury in der Kategorie „Musikvideo“ wurde an die Theaterklasse 7a der Wilhelm-Raabe-Schule Lüneburg für ihr herausragende Musikvideo „Is it fair to be a loser“ vergeben. Der Film setzt sich kreativ und musikalisch mit dem Thema Mobbing auseinander. Den Film gibt es hier zu sehen.
Der Wettbewerb
Der Wettbewerb „ganz schön anders“ bringt gezielt Schüler*innen aus Förder- und Regelschulen zusammen. Alle Filme sind untertitelt, die Preisverleihung wurde zusätzlich in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Moderator war René Schaar.
Der Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“ wird veranstaltet vom Blickwechsel e. V. und dem Königsworth Medienbüro. Hauptförderin ist die Klosterkammer Hannover. Weitere Förderer sind die Heidehof Stiftung, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Heinrich Dammann Stiftung, die Bingo Umweltstiftung Niedersachsen, die Joachim Herz Stiftung, die EWE Stiftung und der Verein Help e.V. Projektleiter Markus Götte betonte: „Die Filme zeigen eindrucksvoll, dass junge Menschen
sehr genau wissen, was fair ist – und dass sie sich kreativ und engagiert für ein gerechteres Miteinander einsetzen.“
Die Präsidentin der Klosterkammer Hannover, Dr. Thela Wernstedt, erklärte: „Der Kurzfilmwettbewerb mit seinem Inklusionsgedanken gibt jungen Menschen eine Stimme und bringt sie zusammen – das macht ihn so besonders.“