Der Wunsch nach einer weiteren Jugendsynode ist da
Herr Berndt, Sie scheiden nach neun Jahren aus der Synode aus. In welchen Ausschüssen waren sie in dieser Zeit tätig?
Christian Berndt: Ich war erst im Ausschuss für kirchliche Mitarbeit, den habe ich dann aber verlassen, als ich gebeten wurde, den Vorsitz für den Jugendausschuss zu übernehmen. Zugleich war ich immer Mitglied im Planungsausschuss. Und zuletzt war ich in einem der Zukunftsausschüsse: dem Grundsätzeausschuss.
Zudem war ich auch noch Mitglied im Kuratorium des Zentrums für Seelsorge und Beratung. Das war hochspannend mitzuverfolgen, wie die Arbeit sich dort gestaltet und sich der Seelsorgebereich verändert. Aber es ist schön, dass sich dort alles an einem Ort bündelt.
Wie blicken Sie auf Ihre Zeit in der Synode zurück?
Berndt: Ich habe einen wunderbaren Überblick über die Landeskirche und die verschiedenen Arbeitsbereiche bekommen. Darüber, wie die Landeskirche funktioniert, wie Gesetze und Regelungen verfasst werden. Und ich habe viele tolle Personen kennengelernt, die sich unheimlich einsetzen. Ich bin schwer beeindruckt von so viel ehrenamtlichem Engagement innerhalb der Synodalen.
Die Tätigkeit in den Ausschüssen ist durchwachsen. Da war immer sehr viel zu lesen, viel vorzubereiten – da musste ich immer viel Zeit investieren. Besonders im Planungsausschuss waren es viele Aktenstücke, und nicht alle Themen lagen in meinem Kernarbeitsgebiet. Manchmal war es aber auch frustrierend, wenn man in einigen Bereichen nicht vorankam, beispielsweise was die IT anging. Generell kann die Arbeit in der Landessynode etwas frustrierend sein. Man braucht etwa zwei Jahre, um reinzukommen und bis die Arbeit richtig an Fahrt aufnimmt. Dafür hat man dann noch vier weitere Jahre. Des Weiteren gibt es viel zu beachten und manchmal geht es recht langsam. Außerdem kommen wir ja nur zweimal im Jahr alle zusammen und das sind dann schon sehr intensive und fordernde Tage.
Vielleicht können Sie das etwas näher erläutern: Welche Entscheidungen und Entwicklungen sind Ihnen in Ihren Ausschüssen im Kopf geblieben?
Berndt: Also im Planungsausschuss ist im Bereich der IT leider recht wenig passiert, aber die Abteilung wird jetzt unter Jens Lehmann noch einmal grundsätzlich umstrukturiert. Dennoch sind wir nicht gut aufgestellt, was die IT unserer Landeskirche angeht. Die Reform des Kirchenvorstandswahlrechts hin zur Digitalwahl hat gut funktioniert. Besonders eindrücklich fand ich, dass wir als Synode vorab bestimmte Wahlverfahren in einer langen Sitzung exemplarisch durchgespielt hatten. Das war mal eine andere Form von Arbeit.
Die Arbeit im Jugendausschuss war sehr erfolgreich: Dort haben wir gute Sachen auf den Weg gebracht, wie die Durchführung der Jungendsynode oder das Kreativforum „Visions for Tomorrow“. Außerdem haben wir die ehrenamtliche Tätigkeit in der Konfirmandenarbeit gestärkt. Dazu findet derzeit in Loccum ein erster Kurs statt. Außerdem läuft auch immer noch die biografieorientierte Arbeit mit jungen Menschen und Familien.
Wie sollte es in diesen Bereichen weitergehen, welche Fragen bleiben für die Synode und welche ergeben sich neu?
Berndt: Die nächste Synode sollte unbedingt schauen, dass die Dinge, die wir angeregt haben, auch umgesetzt werden, vor allem was die IT angeht: Sei es beispielsweise dienstliche, sprich landeskirchliche E-Mail-Adressen für Ehrenamtliche einzurichten.
Der neue Jugendausschuss sollte das biografieorientierte Arbeiten weiter begleiten. Das könnte in Zukunft dann aber auch eine Neuorientierung der Arbeit mit jungen Menschen und Familien in unserer Landeskirche bedeuten. Auch der Wunsch nach einer weiteren Jugendsynode innerhalb der 27. Landessynode ist da.
Was möchten Sie den neuen Synodalen mitgeben?
Bernd: Nichts muss so bleiben, wie es gerade ist. Wenn bestimmte Sachverhalte nicht sinnvoll erscheinen, dann nachfragen, gut beraten und dann ändern. Es gibt noch viel zu tun.
Gleichzeitig wünsche ich den neuen Synodalen auch den Mut, Sachen sein zu lassen. Es ist immer etwas schwierig, in die synodale Tätigkeit reinzukommen. Daher wenden sie sich an die, die schon Erfahrung mit der Arbeit innerhalb der Landessynode gesammelt haben. Ich unterstütze gern!