Für den Klimaschutz kämpfen
Herr Laemmerhirt, nach vielen Jahren sind Sie nun nicht mehr Mitglied der Landessynode. Sie haben sich dort vor allem intensiv im Ausschuss Umwelt und Bauen engagiert, auch als Vorsitzender. Was bleibt für Sie besonders in Erinnerung?
Laemmerhirt: Im Ausschuss habe ich meine Erfahrungen eingebracht, das stimmt. Die Erfahrungen der Menschen vor Ort bringen ja grundsätzlich alle Beteiligten weiter. Und ich befasse mich mit diesen Themen schon sehr lange, auch in unserer Kirchengemeinde. In meiner Zeit als Vorsitzender Anfang der 2000er Jahre ging es um genveränderte Lebensmittel und Atommüll-Lagerung, die Welt war eine andere als heute. Die Arbeit in den letzten Jahren war dann äußerst intensiv, weil wir ein kirchliches Klimaschutzgesetz erarbeitet und beschlossen haben.
Für viele Gemeinden und Einrichtungen geht es beim Thema Gebäude buchstäblich an die Substanz. Es gibt viele zu klärende Fragen, auch Ängste. Wie haben Sie das in der synodalen Arbeit aufgegriffen?
Laemmerhirt: Wir haben uns bemüht, die Anforderungen klar zu formulieren, aber auch die Fragen und Sorgen so sensibel wie möglich zu behandeln. Denn klar ist: Subjektiv ist das Szenario für manche Gemeinden düster. Die hören dann: Alle Gebäude müssen irgendwann klimaneutral sein und wir werden uns nicht mehr alle leisten können. Und das ist dann natürlich eine hoch emotionale Frage. Dabei gibt es viele Optionen, mit Gebäuden umzugehen - und nicht alle müssen auf Biegen und Brechen erhalten bleiben. Ehrlich gesagt bin ich mir manchmal nicht sicher, ob wir das Ziel der Klimaneutralität in der von uns festgelegten Zeit wirklich schaffen - denn das Beharrungsvermögen vor Ort ist groß.
Welche Möglichkeiten und Aufgaben sehen Sie da für die neu gewählte 27. Landessynode?
Laemmerhirt: Grundsätzlich macht die Landessynode ja erst einmal nur die gesetzlichen Vorgaben. Die Umsetzung liegt bei den Kirchenkreisen. Die Kirchengemeinden stellen dafür ihre Konzepte auf, und dazu gehört nun eben auch das Gebäudemanagement. Ein Nachschauen wird aber natürlich nötig sein: Tut sich was? Das ist sicher eine heikle, aber nötige Aufgabe.
Wird Sie persönlich Umwelt und Bauen auch weiterhin beschäftigen?
Laemmerhirt: Auf jeden Fall. Auf landeskirchlicher Ebene endet es. Aber im Kirchenvorstand bleibe ich. Und im Kirchenkreis bin ich immer noch Vorsitzender des Bau- und Klimaschutzausschusses. Wir machen gerade unter anderem auch Konzepte für unsere Gemeindehäuser. Welche Gebäude können wir uns noch leisten? Die Frage bleibt wohl ein Dauerbrenner - und wird sicher noch die nächste Generation beschäftigen.
Und wenn Sie auf eben die nächste Generation blicken: Würden Sie jungen Menschen raten, sich ähnlich wie Sie in kirchlichen Gremien zu engagieren?
Laemmerhirt: Unbedingt! Es ist wirklich beglückend, mit anderen etwas zu gestalten. Und es gibt auch so viele Zukunftsfragen zu klären: Wie verschlanke ich den Kirchenapparat? Wie kann Verwaltung so umgebaut werden, dass noch maximal viel Geld in die Gemeinden gesteckt werden kann? Dabei sollte natürlich vor allem die Sicht der jungen Leute mit ihren frischen Ideen zählen. Vielleicht machen die einfach vieles besser als wir - das würde mich wirklich freuen.