Mehr als 50 Staaten haben den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet. Dennoch bleibe die Gefahr durch die Bomben und Raketen real, mahnt der kirchliche Friedensbeauftragte Felix Paul.
Hannover. Der Beauftragte für Friedensfragen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Felix Paul, hat erneut für atomare Abrüstung geworben. „Die Ächtung von Atomwaffen ist ethisch und gesellschaftlich unantastbar“, sagte Paul am Montag in Hannover anlässlich des fünften Jahrestages des Inkrafttretens des Atomwaffenverbotsvertrages. „Gleichzeitig müssen wir die politischen Realitäten benennen: Der Besitz von Atomwaffen wird nach wie vor als Sicherheitsgarantie gesehen.“
Der Atomwaffenverbotsvertrag ist am 22. Januar 2021 in Kraft getreten. Er sei ein historischer Schritt auf dem Weg zu einer Welt ohne Atomwaffen gewesen, betonte Paul. Mehr als 50 Staaten hätten den Vertrag unterzeichnet und in nationales Recht umgesetzt. Dennoch bleibt die Realität widersprüchlich: Atomwaffen würden als strategisches Instrument betrachtet, während ihre zerstörerische und unmenschliche Wirkung international unbestritten sei.
Kirchen engagieren sich weiter gegen Atomwaffen
Die Kirchen engagierten sich seit Jahrzehnten gegen Atomwaffen – etwa durch Partnerschaften nach Japan und den Austausch mit Überlebenden der dortigen Atombombenabwürfe. In der jüngsten EKD-Friedensdenkschrift werde das ethische Gebot der Ächtung weiterhin bekräftigt, ergänzt um politische Handlungsoptionen und die Forderung nach einer globalen Strategie zur nuklearen Abrüstung.
„Ob eine Welt ohne Atomwaffen jemals vollständig erreichbar ist, bleibt ungewiss“, sagte Paul. Aber jede erneute Initiative und öffentliche Forderung sei bedeutend. „Wir als Kirche werden dieses Thema nicht aus der Diskussion lassen – unsere Verantwortung gilt der Bewahrung des Lebens und dem Frieden.“