Gesundheitskonzern Diakovere will halbe Milliarde Euro investieren
Der Gesundheitskonzern Diakovere stellt die Weichen neu: Durch Spezialisierung will das evangelische Unternehmen seine Zukunft sichern und ein verlässlicher Partner bei der medizinischen Versorgung der Menschen bleiben.
Hannover. Niedersachsens größter frei gemeinnütziger Gesundheitskonzern, das Unternehmen Diakovere in Hannover, will bis 2035 seine Medizinstrategie völlig neu ausrichten und dafür mehr als 500 Millionen Euro investieren. Unter anderem soll im Osten der Stadt ein hochmodernes Klinikum für „Langzeitmedizin“ mit landes- und bundesweiter Ausstrahlung entstehen, wie das evangelische Unternehmen am Mittwoch mitteilte. „Durch unsere neue Medizinstrategie setzen wir innovative überregionale Standards für die beste Versorgung der Menschen“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Ulrich Anke.
In dem geplanten Neubau will der Konzern die Versorgung von Patienten mit komplexen, chronischen und oft lebenslang prägenden Erkrankungen bündeln und dabei die Erfahrungen aus seinen Kliniken Henriettenstift und Annastift einbringen. Was aus den Gebäuden der beiden Traditionskrankenhäuser wird, werde sich im Laufe der Planungen herauskristallisieren. „Identität hängt nicht von Gebäuden ab, sondern von den Menschen“, betonte Anke. Die Akut- und Notfallmedizin soll als zweiter Schwerpunkt künftig im Krankenhaus Friederikenstift im Westen der Stadt gebündelt werden. Dafür soll das Haus umfassend saniert und modernisiert werden.
Geschäftsbereiche verzahnen
„Das Zwei-Säulen-Modell schafft Klarheit“, sagte der Medizinische Geschäftsführer Professor Thomas Moesta. „Wir spezialisieren uns und bündeln unsere Stärken.“ Mit genomisch basierten Behandlungsmethoden, Robotik, Telemedizin und Künstlicher Intelligenz wolle Diakovere neue Wege gehen. Entlang von fünf definierten Behandlungspfaden wolle der Konzern Diagnostik, Therapie und Nachsorge über alle Geschäftsbereiche und Abteilungen hinweg eng miteinander verzahnen, sodass die Patientinnen und Patienten über einen langen Zeitraum ein verlässliches Angebot aus einer Hand erhalten könnten.
So werde es etwa darum gehen, erkrankte ältere Menschen so lange wie möglich mobil zu halten und die Pflege hinauszuzögern. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan David, ergänzte: „Unsere neue Strategie verbindet medizinische Qualität mit wirtschaftlicher Vernunft.“ Es handele sich um einen offenen Planungsprozess: „Es ist noch alles im Fluss.“
Der Mensch im Mittelpunkt
Die Pläne orientierten sich eng an den Zielen der aktuellen Gesundheitsreform, erläuterte die Konzernspitze. Zudem reagiere das Unternehmen auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel. Das Vorhaben soll bis Ende 2026 konkretisiert und mit dem Land Niedersachsen sowie mit der Stadt und der Region Hannover entwickelt und abgestimmt werden. Für die geplanten Investitionen werde der Konzern öffentliche Fördermittel beim Land beantragen. Nur mit Eigenmitteln sei das Projekt nicht zu schaffen.
„Diakovere stellt weiterhin konsequent den Menschen in den Mittelpunkt“, unterstrich Aufsichtsratschef Anke. Das Unternehmen beschäftigt rund 5.500 Mitarbeitende. Zum Konzern gehören auch Einrichtungen der Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe sowie ein Hospiz. Im vergangenen Jahr hatte „Diakovere“ gemeinsam mit dem Kinderkrankenhaus auf der Bult die zentrale Geburtsklinik „Henrike“ eröffnet.