Michael Grimmsmann vom Landeskirchenamt hat die Landessynode über den aktuellen Stand eines Konzepts zur Beschäftigung von Studierenden in der Landeskirche informiert. Hintergrund ist ein Prüfauftrag der 26. Landessynode zur Nachwuchsgewinnung.
Geprüft wurde, ob ein System aus mindestens sechsmonatigen vergüteten Praktika sowie ein Stipendienprogramm für angehende Theologie- und Fachhochschulstudierende umsetzbar und attraktiv wäre.
Werkstudierende in Gemeindeprojekten
Breite Zustimmung fand insbesondere die Idee, zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Werkstudierende in Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und landeskirchlichen Einrichtungen zu schaffen. Impulse dafür gingen auch von einem Antrag der Synodalen Franziska Baden (Sprengel Lüneburg) aus. Die Landessynode beauftragte daraufhin das Landeskirchenamt, ein rechtlich und finanziell tragfähiges Konzept für den Einsatz von Werkstudierenden auf allen Ebenen der Landeskirche zu entwickeln. Ziel war es, Studierende frühzeitig an die Kirche zu binden, sie für kirchliche Berufsfelder zu begeistern und gleichzeitig Mitarbeitende vor Ort durch projektbezogene Unterstützung zu entlasten.
Pilotphase mit finanzieller Förderung geplant
Mit dem nun vorgelegten Zwischenbericht konkretisierte das Landeskirchenamt diesen Auftrag und verband ihn mit dem Ziel, Nachwuchskräfte für kirchliche Berufe frühzeitig zu fördern. Vorgesehen ist, dass die Stellen vor Ort eingerichtet werden, während das Landeskirchenamt die rechtlichen Rahmenbedingungen schafft, Studierende vernetzt und das Programm fachlich begleitet.
Zudem sollte eine finanzielle Förderung für Anstellungsträger eingeführt werden, die Studierende beschäftigen, welche an der kirchlichen Studienbegleitung teilnehmen. Die Förderung sollte an die Teilnahme an Orientierungs- und Qualifizierungsangeboten gekoppelt werden. Geplant war zunächst eine ein- bis zweijährige Pilotphase.
Positive Resonanz aus der Synode
In der Aussprache wurde deutlich, dass das Konzept auch als Anreiz für die Aufnahme eines Theologiestudiums verstanden werden kann. Begrüßt wurde außerdem die Perspektive, das Modell künftig auf Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker auszuweiten. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass eine praxisnahe Studienbegleitung in der Kirchenmusik bereits seit Jahren etabliert sei. Studierende hätten dort schon heute die Möglichkeit, während des Studiums praktische Erfahrungen zu sammeln oder über ein Freiwilliges Soziales Jahr erste Einblicke in das Berufsfeld zu gewinnen.
Auch aus Sicht der Studierenden überwogen die positiven Erwartungen. Hervorgehoben wurde insbesondere der praktische Nutzen einer Beschäftigung vor Ort. Sie ermögliche realistische Einblicke in kirchliche Arbeitsfelder, stärke die Identifikation mit der Kirche als Arbeitgeberin und eröffne frühzeitig Kontakte, die die spätere Berufswahl positiv beeinflussen könnten.
Finanzierung zunächst gesichert
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Finanzierung des Programms. Grimmsmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Kosten in der Pilotphase aus den bestehenden Haushaltsmitteln gedeckt werden könnten. Zugleich äußerte er sich optimistisch, dass sich gegebenenfalls auch eine langfristige Finanzierung des Programms sichern lasse, ohne zusätzliche Mittel zu beantragen.