Michael Grimmsmann (Landeskirchenamt), zuständig für die Förderung von Theologischem Nachwuchs, informierte über die Ergebnisse des Prüfauftrags zur Nachwuchsförderung. Geprüft werden sollte, ob ein System aus mindestens sechsmonatigen, bezahlten Praktika sowie ein Stipendium für künftige Theologie- oder Fachhochschulstudierende umsetzbar und attraktiv wäre. Grimmsmann berichtete von Gesprächen mit Studierenden der Theologie, Religionspädagogik und Kirchenmusik aus Göttingen, Heidelberg und Hannover. Schon der Prozess selbst wurde von den Studierenden positiv aufgenommen: Der Auftrag signalisiere ein großes Interesse der Landessynode für den theologischen Nachwuchs.
Das Votum der Studierenden zum Thema Stipendien war eindeutig: Ein solches Vollstipendium würde die Zahl der Studierenden kaum erhöhen. Stattdessen sprachen sich die Studierenden für eine Förderung von maximal 300 Euro im Monat im letzten Studienabschnitt aus – unterhalb der BAföG-Anrechnungsgrenze. Im letzten Studienjahr sei die Belastung besonders hoch.
Klarheit herrscht beim Thema bezahlte Langzeitpraktika: Ein eigenes System für bezahlte Praktika im Umfang von sechs Monaten sei aufgrund gesetzlicher Mindestlohnregelungen nicht realisierbar. Stattdessen empfahl Grimmsmann, das erfolgreiche Modell der Freiwilligendienste (FSJ) beizubehalten. Dieses biete eine verlässliche rechtliche Grundlage, sichere Kindergeldansprüche, ermögliche intensive pädagogische Begleitung und fördere zugleich die Vernetzung zwischen Studierenden, Freiwilligen, Jugendlichen und kirchlichen Einrichtungen – eine entscheidende Basis für die Nachwuchsgewinnung.
Die Idee, zusätzlich Arbeitsplätze für Werkstudierende in Gemeindeprojekten zu konzipieren, fand breite Zustimmung bei den Studierenden. Die Einrichtung solcher Stellen wurde außerdem unterstützt durch einen Antrag von Franziska Baden (Sprengel Lüneburg), mit dem das Landeskirchenamt beauftragt wurde, ein rechts- und finanzierungsfestes Konzept zur Beschäftigung von Werkstudierenden in allen Ebenen der Landeskirche (Kirchengemeinden, Kirchenkreise, landeskirchliche Werke) zu erarbeiten, um die Studierendenbindung zur Kirche während der Studienzeit zu stärken, junge Menschen für kirchliche Praxisfelder zu gewinnen und auch kirchliche Mitarbeitende durch projektbezogene Mithilfe zu entlasten.