Die Synodalen haben eine Jugendsynode im Herbst 2027 beschlossen. Sie soll am 24. und 25. November 2027 im Rahmen der fünften Tagung der 27. Landessynode stattfinden. Die Vorsitzende des Ausschusses für junge Menschen, Kristin Schneider (Sprengel Lüneburg), betonte, es reiche nicht aus, junge Menschen nur zuschauen zu lassen: „Beteiligung muss konkret sein.“
Zur Vorbereitung der Jugendsynode wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Ihr gehören Vertreterinnen und Vertreter des Ausschusses für junge Menschen, der Landesjugendkammer und des Landesjugendpfarramtes an. Für die Durchführung stellt die Landeskirche 45.000 Euro im Doppelhaushalt für 2027 und 2028 bereit. Spätestens im Juni 2027 soll der Landessynode über den Planungsstand berichtet werden.
An der Zukunft beteiligen
Schneider begründete den Antrag mit den Erfahrungen aus den Jugendsynoden 2015 und 2022: Jugendliche und junge Erwachsene wollten „ernsthaft an gesellschaftlich relevanten Themen beteiligt werden“, so Schneider. Ihre Zukunft sei ihnen nicht egal. Viele wollten sie aktiv mitgestalten. Die bisherigen Jugendsynoden hätten gezeigt, dass ein solches Format die Arbeit der Landessynode transparenter und greifbarer machen könne. Sieben frühere Jugenddelegierte der Jugendsynode 2022 seien heute selbst Mitglieder der Landessynode.
Die Ausschussvorsitzende betonte, dass Beteiligung nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene betreffe. Auch Kinder müssten stärker einbezogen werden. Für sie gebe es in der Landeskirche bislang kein vergleichbares Konzept. Ein altersgerechtes Format soll weiterentwickelt werden. Dafür brauche es zusätzliche Mittel, sagte Schneider. Bei Kindern müsse noch einmal anders auf Beteiligung geachtet werden als bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Unterstützung der Synodalen
In der Aussprache wurde die Jugendsynode von mehreren Synodalen unterstützt. Der Synodale Eduard Hillgert (Sprengel Hildesheim-Göttingen) nannte sie aus eigener Erfahrung ein „fantastisches Format“. Die vorige Jugendsynode hat ihn für landeskirchliche Politik interessiert. Auch der Synodale Daniel Purrmann (Sprengel Hildesheim-Göttingen) sagte, auch er sei einer der sieben Synodalen, die 2022 an der Jugendsynode teilgenommen hätten. Das Erlebnis hat ihn inspiriert und ihm gezeigt, dass er etwas bewegen kann. Zugleich machte er deutlich, dass die Vorbereitung Kraft und inhaltliche Arbeit kosten werde.
Breiten Raum nahm die Frage ein, wie Kinder stärker beteiligt werden können. Der Synodale Dr. Jens Wening (Sprengel Hannover) betonte, Kinder seien von kirchlichen Entscheidungen betroffen und hätten eigene Ansichten zu den Themen der Synode. „Das Einzige, was ich tun musste, war zu fragen“, berichtete er über Erfahrungen aus der Kinderkirche. Ein eigenständiges Beteiligungsformat für Kinder wäre nach seinen Worten ein starkes Signal an Familien und Eltern: „Kinder kommen bei uns nicht nur einfach vor, sondern sie werden gesehen, gehört und ernst genommen.“
Die Synodale Hanna Dallmeier (Sprengel Hildesheim-Göttingen) unterstützte die Überlegungen zur Kinderbeteiligung ebenfalls. Das Thema betreffe nicht nur den Ausschuss für junge Menschen, sondern auch Diakonie, Kitas, Bildung, Kirchenmusik sowie Theologie und Kirche. Der Synodale Dr. Thies Jarecki (Sprengel Osnabrück) sagte, er wünsche sich, dass Beteiligung künftig Menschen von klein auf erreiche. Schneider griff dies im Schlusswort auf: Es gehe darum, auf allen Ebenen Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung zu schaffen.