Landesbischof Meister gratuliert Gewinnerin des Deutschen Buchpreises

Landesbischof Ralf Meister gratuliert der Autorin Shida Bazyar zur Verleihung des Deutschen Buchpreises 2026 für ihren Roman „Die Lücken“. Der Preis wurde ihr am Mittwoch auf der Buchmesse in Frankfurt am Main verliehen. Bereits 2016 hatte die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Bazyar für ihren Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ mit dem Kulturförderpreis der Landeskirche ausgezeichnet.

Die aus Rheinland-Pfalz stammende Autorin mit iranischen Wurzeln hat an der Stiftungsuniversität Hildesheim Literarisches Schreiben studiert. In ihrem Roman „Die Lücken“ (Kiepenheuer & Witsch) erzählt Bazyar von der Suche nach Zuflucht in einem Ort im Hunsrück. Sie schreibt von jüdischen Familien, von NS-Profiteuren sowie geflüchteten Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen.

Ralf Meister sagt: „Ich beglückwünsche Shida Bazyar zu diesem Erfolg. Mit ihrem neuen Roman ist ihr ein Werk von hoher gesellschaftlicher und literarischer Relevanz gelungen. Der fiktive Schauplatz Heimesbach steht exemplarisch für viele Orte, die ihre Vergangenheit verschweigen und zugleich zum Zufluchtsort für jene werden, die heute hier Geborgenheit suchen. Bereits für ihren Debütroman hatte die Autorin eine unverwechselbare Sprache gefunden, in der Inhalt und Ausdruck, Herkunft und neue Heimat zu einer spannungsgeladenen Einheit verwoben wurden.“

In der Jury-Begründung heißt es: „Es waren Nachbarn, die zusahen, wie jüdische Menschen aus den Straßen verschwanden. Es sind Nachbarn, die Entscheidungen treffen, ob Menschen mit Migrationsgeschichte sich zu Hause fühlen. Die Autorin wählt überzeugende literarische Strategien: Der Blick einer toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes ermöglichen es, zwischen den Zeiten zu springen sowie Nähe und Distanz zu erzeugen.“

Die enge Verbindung von fiktiven und dokumentarischen Elementen, von erfundenen und historischen Figuren, die selbst eine Stimme bekommen, erzeugten den starken Nachhall des Textes, so die Jury, der Vertreterinnen und Vertreter aus Literaturkritik, Wissenschaft und Buchhandel angehören.

Mit dem Deutschen Buchpreis 2026 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Shida Bazyar erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro.


Hannover, 8. Oktober 2026

Lothar Veit
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