Die Landeskirche Hannovers hat das Haushaltsjahr 2025 mit einem Plus von 28,3 Millionen Euro abgeschlossen. Aufwendungen in Höhe von 848,9 Millionen Euro standen zunächst nur Einnahmen von 812,4 Millionen Euro gegenüber. Die veränderte Zinslage habe aber höhere Erträge als geplant ermöglicht, sagte Ruben Grüssing, Vorsitzender des Landessynodalausschusses, in seinem Bericht vor der Landessynode, die am Donnerstag (18. Juni) in Hannover begonnen hat. Der Landessynodalausschuss ist ein kirchenleitendes Gremium, das die Geschäfte zwischen den Tagungen der Landessynode führt.
Entlastend hätten auch geringere Sachkosten, geringere Zuweisungen und geringere Personalkosten wegen unbesetzt gebliebener Stellen gewirkt. Bessere Zahlen seien aber keine Einladung zur Selbstberuhigung, warnte Grüssing. „Wenn Stellen unbesetzt sind und dadurch weniger Personalkosten entstehen, entlastet das kurzfristig den Haushalt. Aber die Arbeit wird dadurch selten weniger.“
Grüssing wandte sich gleichwohl gegen Kürzungen nach dem „Rasenmäherprinzip“. Sparen sei nötig, pauschales Kürzen aber noch keine Strategie. „Wo kann stärker gespart werden, damit an anderer Stelle weniger oder gar nicht gekürzt werden muss? Wo müssen wir bewusst investieren, weil dort Zukunft entsteht? Wo erreichen wir junge Menschen, Familien, Menschen an Schwellen des Glaubens?“
Den aktuellen Haushaltsplan 2025/2026 finden Sie hier. Über den kommenden Haushalt berät die Landessynode in ihrer Tagung im November 2026.
Weitere Aufarbeitungsstudien und Gewaltschutzgesetz
Jens Lehmann, Präsident des Landeskirchenamtes, stellte ein Maßnahmenpaket gegen sexualisierte Gewalt vor: den Entwurf für ein Gewaltschutzgesetz, weitere unabhängige Aufarbeitungsstudien sowie einen neuen Interventionsplan für Krisenfälle. Ziel sei es, sexualisierte Gewalt im kirchlichen Bereich zu verhindern und – wo sie bereits geschehen ist – betroffene Personen zu unterstützen sowie Beschuldigte zu sanktionieren. „Wir kommen voran“, sagte Lehmann, der auf landeskirchlicher Ebene für dieses Thema verantwortlich ist. „Für manche sicherlich weiterhin zu langsam – aber wir kommen voran.“
Im Mittelpunkt aller Maßnahmen stünden die Perspektiven und Bedürfnisse betroffener Personen. Seit dem 1. Januar 2026 gelte auch für die Landeskirche Hannovers als Teil der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen die neue sogenannte Anerkennungsordnung, die auf der Richtlinie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) basiere. Die Fälle würden vergleichsweise zügig bearbeitet. „Das ist vor allem einer sehr erfahrenen, professionell arbeitenden und ehrenamtlich besetzten Anerkennungskommission sowie der Geschäftsstelle der Konföderation zu verdanken“, unterstrich Lehmann.
Strukturen für eine zukunftsfähige Kirche
Aus der Arbeit des neugegründeten Zukunftsausschuss, der sich aus Mitgliedern aller kirchenleitenden Organe der hannoverschen Landeskirche zusammensetzt, berichtete der Ausschussvorsitzende Andreas Hartmann. Bei einer Strategietagung im April seien erste wichtige Ziele besprochen worden. Im Kern gehe es um die Frage: Welche Strukturen braucht eine Kirche, die zukunftsfähig sein will? Der Ausschuss wolle dazu in einer Klausurtagung im August einen Fahrplan aufstellen.
Auch an anderer Stelle wird über die Zukunft der Kirche beraten, etwa beim Team Zukunft im Landeskirchenamt, dem Projekt „Kirchenverwaltung 2030“ oder einem schon länger andauernden Prozess verschiedener kirchlicher Berufsgruppen. Ein Ausschuss der Landeskirche arbeitet zudem an einem neuen Regionszuschnitt der Landeskirche („Sprengel-Ebene“) und stellt Überlegungen zu einem künftigen Stellenprofil der Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe an, die als geistliche Leitung der derzeit noch sechs Sprengel fungieren.
Die Sitzung wird am heutigen Freitag mit dem Bericht des Landesbischofs (ab 10 Uhr) und dem Themenschwerpunkt „Demokratie stärken“ fortgesetzt.
Am Freitagnachmittag (14 Uhr bis 18 Uhr) beschäftigt sich die Landessynode mit dem Themenschwerpunkt „Demokratie stärken“. Dazu werden die Mitglieder der 27. Landessynode drei Gäste begrüßen: Beginnen wird Prof. Dr. Christoph Goos, Juristischer Vizepräsident des Landeskirchenamtes Hannover, mit einem Impuls zur verfassungsrechtlichen Perspektive. Über die ostdeutsche Perspektive referiert Anne-Marie Keding, 1. Vizepräsidentin des Landtages Sachsen-Anhalt. Für die theologische Perspektive spricht Bischof i.R. Dr. Dr. h.c. Markus Dröge, Berlin, der unter anderem Mitglied im Rat der EKD war. Den drei Impulsreferaten schließt sich der gemeinsame Bericht des Ausschusses für Theologie und Kirche und des Rechtsausschusses mit Aussprache im Plenum an.
Pressekonferenz zum Themenschwerpunkt „Demokratie stärken“
Wir laden Sie ein zur Pressekonferenz zum Themenschwerpunkt der Landessynode am Freitag (19. Juni 2026) um ca. 15.45 Uhr unmittelbar im Anschluss an die Impulsvorträge. Die Pressekonferenz findet im Emmy-Danckwerts-Raum gleich am Eingang zum Gebäude der DIAKOVERE-Henriettenstiftung, Marienstraße 90, statt.
Ihre Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner sind:
- Wencke Breyer, Präsidentin der Landessynode
- Ralf Meister, Landesbischof
- Prof. Dr. Christoph Goos
- Anne-Marie Keding
- Dr. Dr. h.c. Markus Dröge
Ausführliche Berichte und Pressefotos zum Download
Info
Die 27. Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers kommt von Donnerstag, 18. Juni, bis Sonnabend, 20. Juni, zu ihrer II. Tagung zusammen. Tagungsort ist der Große Saal der DIAKOVERE-Henriettenstiftung in Hannover (Marienstraße 72-90, Hannover).
Hannover, den 19. Juni 2026
Lothar Veit
Pressereferent Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers
Rote Reihe 6, 30169 Hannover
Telefon: (0511) 1241-399
Mobil: (0151) 20279458
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