Ökumenischer Predigtpreis für Youtube-Kanal „Anders Amen“

Zwei als Frauen lesbare Personen sind durch eine Kamera zu sehen.
Bild: epd-bild/Jens Schulze

Beste Predigt, Lebenswerk und FaithCast: Der ökumenische Predigtpreis Bonn würdigt in diesem Jahr eine Pfingstpredigt, den Youtube-Kanal „Anders Amen“ und den Podcast „Stachel und Herz“.

Bonn, Hannover. Die beiden Pastorinnen der hannoverschen Landeskirche Ellen und Stefanie Radtke werden mit dem ökumenischen Predigtpreis Bonn für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Gewürdigt wird damit der Youtube-Kanal „Anders Amen“, der miteinander verheirateten Pastorinnen, auf dem sie sich seit 2020 sechs Jahre lang mit persönlichen, theologischen und gesellschaftlichen Fragen beschäftigt hatten, wie die Universität Bonn am Mittwoch mitteilte. Sie hätten damit Menschen weit über klassische kirchliche Milieus hinaus erreicht, lobte die Jury. Produziert wurden die Beiträge vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen-Bremen (ekn).

Der Predigtpreis geht in diesem Jahr fast ausschließlich an Frauen. Neben den Radtkes wird für die „Beste Predigt“ Pfarrerin Antje Armstroff, Studienleiterin für Konfirmandenarbeit am Religionspädagogischen Institut in Marburg, ausgezeichnet. Armstroff wird den Angaben zufolge für ihre Predigt vom Pfingstmontag dieses Jahres zur Bibelstelle Johannes 20, Vers 19 bis 23 ausgezeichnet. Darin habe sie persönliche Konflikte und gescheiterte Friedensverhandlungen mit biblischen Szenen verbunden.

FaithCast für Podcast „Stachel und Herz“

Sarah Vecera, Thea Hummel und Julian Elf von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) gewinnen mit dem Podcast „Stachel und Herz“ den FaithCast. Darin sprächen sie persönlich, politisch und mit Humor über Rassismus, Sexismus, gesellschaftliche Machtverhältnisse, Kirche und Gerechtigkeit, hieß es. Die Verleihung des Predigtpreises findet am 27. Oktober im Festsaal der Universität Bonn statt.

Der undotierte Predigtpreis wird seit dem Jahr 2000 in Bonn verliehen und inhaltlich von der evangelisch-theologischen und der katholisch-theologischen Fakultät sowie dem Altkatholischen Seminar verantwortet. Ausgezeichnet werden Predigten, „die einen hervorragenden Beitrag zur Redekultur in den Kirchen im deutschsprachigen Raum leisten und durch ihren theologischen Gehalt, biblische Fundierung, Erfahrungsnähe und Glaubwürdigkeit überzeugen“. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Hanns Dieter Hüsch, Walter Jens, Margot Käßmann sowie Luisa Neubauer. Seit 2023 wird der Preis durch den Verlag am Birnbach unterstützt, der bundesweit Kirchengemeinden mit Arbeitsmaterialien, Geschenkartikeln und Literatur beliefert.

epd Niedersachsen-Bremen