Klosterkammertag in Einbeck: Wie St. Alexandri den Regionalbischof prägte

Eine als Mann lesbare Person im Anzug spricht vor Publikum in einer Kirche
Bild: Angela Kröger

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Die Klosterkammer Hannover ist eine der ältesten Sonderbehörden Niedersachsens. Sie verwaltet vier öffentlich-rechtliche Stiftungen, die aus ehemals kirchlichem und klösterlichem Vermögen hervorgegangen sind. Zu ihren Hauptaufgaben zählt der Erhalt von mehr als 700 meist denkmalgeschützten Gebäuden – darunter 43 Kirchen, Dome und Kapellen sowie 15 Klöster und Stifte. Aus den Erträgen ihrer Liegenschaften und Forstbetriebe fördert die Klosterkammer jährlich kirchliche, soziale und kulturelle Projekte in Niedersachsen mit mehreren Millionen Euro. An der Spitze der Behörde steht seit September 2023 Präsidentin Dr. Thela Wernstedt.

Einbeck. Beim Klosterkammertag in Einbeck hat Regionalbischof Dr. Claas Cordemann ein ungewöhnlich persönliches Grußwort gehalten. „Ich weiß nicht, ob ich ohne diesen Raum Pastor geworden wäre“, sagte er vor rund 150 Gästen in der Münsterkirche St. Alexandri. Die Klosterkammer Hannover hatte zu der Veranstaltung eingeladen, zu deren Portfolio mehr als 40 historische Kirchen, Dome und Kapellen in Niedersachsen gehören.

Cordemann machte an seiner eigenen Biografie deutlich, warum diese Arbeit weit über reine Denkmalpflege hinausgeht. 2009 war er noch wissenschaftlicher Mitarbeiter in Göttingen und sah seine Zukunft in der Forschung. Als die Landeskirche ihn aufforderte, ins Vikariat zu gehen, wollte er unbedingt in Göttingen bleiben. Doch er wurde Einbeck zugeteilt. „Ich war auf den Barrikaden. Keinesfalls“, erinnerte sich Cordemann. Doch er ließ sich auf einen Besuch bei Pastor Wolfgang Teicke ein, der ihm schließlich die Münsterkirche zeigte.

Einbecks Münsterkirche als persönlicher Wendepunkt

Der Moment, als er St. Alexandri durch das Westportal betrat, ist ihm bis heute gegenwärtig: das hohe Gewölbe, der Blick zum Chor, das Sonnenlicht. „Ich war überwältigt. Der Widerstand gebrochen.“ In diesem Raum Gottesdienste feiern zu dürfen, sei ihm plötzlich wie ein Geschenk erschienen.

Kirchenräume könnten Menschen auf eine Weise prägen, die weit über das Sichtbare hinausgehe, sagte Cordemann. Sie seien „atmosphärische Verdichtungen gelebten Glaubens“, die auch Menschen berührten, die selbst nicht glaubten: „Kirchen wie die Münsterkirche bauen an unserer Seele.“ 

Mehrere als Männer und Frauen lesbare Personen posieren in einer Kirche
Bild: Angela Kröger
Klosterkammertag in der Münsterkirche St. Alexandri in Einbeck (von links): Weihbischof Dr. Martin Marahrens, Regionalbischof Dr. Claas Cordemann, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Präsidentin Dr. Thela Wernstedt, Kammerdirektor Dr. Matthias Nagel und MWK-Referatsleiter Dr. Henning Krüger.

Damit würdigte er zugleich die Arbeit der Klosterkammer: Diese Räume, so der Regionalbischof, arbeiteten „an unserer Humanität“ und vermittelten eine Ahnung davon, dass es etwas gebe, das über den Menschen hinausreiche.

Klosterkammerpräsidentin Dr. Thela Wernstedt hatte den Tag mit einem Empfang für geladene Gäste eröffnet. Neben Cordemann sprachen unter anderem Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Weihbischof Dr. Martin Marahrens. Im Anschluss öffnete sich das Programm für alle Interessierten, die bei Führungen und Gesprächen mehr über die Aufgaben der Klosterkammer von der Bausanierung bis zur Sozialförderung erfahren konnten.

Klosterkammer Hannover, Gunnar Müller