Hannover. In einem feierlichen Gottesdienst hat Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer am Sonntag, 8. Februar, Celina Beigel zur Pastorin in der Matthäikirche in Hannover-Wülfel ordiniert. In ihrer ersten Pfarrstelle ist Beigel mit einer halben Stelle für knapp 1000 Gemeindeglieder zuständig.
„Sie haben sich zu Ihrem Beruf gerufen gefühlt“, sagte Schiermeyer in ihrer Predigt. „Und Sie hatten das Vertrauen und den Mut, diesem Ruf zu folgen.“ Sie würdigte es als eine große Stärke Beigels, die wissenschaftliche Sprache der Theologie in die Alltagssprache übersetzen zu können. „Das wird jetzt in Ihrem Amt eine der wichtigsten Aufgaben sein“, sagte die Regionalbischöfin. Kirche in Gemeinschaft zu leben, liege der neuen Pastorin am Herzen und dazu gehöre, Menschen mit ihren Gaben zu entdecken. Dieser Schwerpunkt zeige sich auch in Beigels Ordinationsspruch „Durch einen jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller.“ (1.Kor.12,7).
Celina Beigel wurde 1994 in Peine geboren und wuchs in Burgdorf auf. Nach ihrem Abitur studierte Beigel in Marburg und Göttingen. Sie absolvierte ihr Vikariat in der Friedenskirche Hannover. Daran schloss sich ein Sondervikariat in der Evangelischen Agentur der hannoverschen Landeskirche im Team Spiritualität an.
Gemeinde zu bauen und Gemeinschaft zu bieten, ist für Beigel eine herausragende Aufgabe für die Kirche. „Es gibt eine große Sehnsucht nach Gemeinschaft in der Gesellschaft“, hat sie beobachtet. Das zeige sich in Fußball-Fangruppen ebenso wie auf verschiedenen Social-Media-Plattformen Auch für die ebenso „große Sehnsucht nach Sinn und Lebensdeutung“ habe die Kirche gute Angebote, ist die 31-Jährige überzeugt. In ihrer Vikariatszeit wurde ihr deutlich, dass Menschen besonders bei großen Lebensereignissen wie Trauungen, Taufen oder Beerdigungen der Kirche wieder nahekommen. „Es motiviert mich, dort Gottes Liebe und Zusage erfahrbar zu machen“, sagt Beigel.
Die Pastorin ist vor ihrem Theologiestudium von der katholischen Kirche zur evangelischen konvertiert. „Ich wollte Pastorin werden und das geht nur in der evangelischen Kirche“, sagt sie. Ökumenisch zu leben ist ihr vertraut, denn sie stammt aus einem katholisch-evangelischen Elternhaus und hat in ihrer Jugend ehrenamtlich in ihrer katholischen Heimatgemeinde mitgearbeitet. Diesen weiten Blick möchte sie auch in Hannover-Wülfel beibehalten. Kooperationen wünscht sie sich auch mit der kommunalen Gemeinde, beispielsweise mit der Grundschule vor Ort. Sie freut sich auf die Zusammenarbeit mit einem starken ehrenamtlichen Team, das unter anderem in der Seniorenarbeit aktiv ist. Religionspädagogische Angebote kann sich die Mutter einer einjährigen Tochter auch für die gemeindeeigene Kita vorstellen. Eine Aufgabe während ihrer dreijährigen Probezeit sei auch die regionale Zusammenarbeit im Amtsbereich Süd, sagt Beigel. So wird beispielsweise der Konfirmandenunterricht bereits mit den Nachbargemeinden in Döhren gemeinsam erteilt. Seit 2003 gibt es in der Matthäi-Gemeinde eine Stiftung, die Menschen und die kirchliche Arbeit in der Gemeinde unterstützt. Eine ehemalige Diakonin vererbte ihr Geld der Gemeinde mit der Auflage, es nur für kirchliche und gemeinnützige Zwecke, insbesondere im Bereich der Seniorenarbeit, in der Matthäi-Gemeinde zu nutzen. Dies ist auch heute noch die Grundprämisse der Stiftung.
Pastorin Beigel wohnt mit ihrem Ehemann und der Tochter bereits in der Pfarrwohnung, die in der Nähe der Matthäikirche liegt. Als Assistierende bei der Ordination wirkten Beigels Ehemann, ein Mentor und eine Mentorin aus der Vikariatszeit sowie die Vorsitzende des Kirchenvorstandes mit. Musikalisch wurde der Gottesdienst von dem Gemeindeorganisten Torsten Pinkepank, einer Flötistin und einer Sopranistin gestaltet.
Die Matthäi-Kirchengemeinde Wülfel liegt im Kirchenkreis Hannover, der wiederum Teil des evangelisch-lutherischen Sprengels Hannover ist. Der Sprengel Hannover ist die in neun Kirchenkreise gegliederte Kirchenregion in und um die Landeshauptstadt Hannover mit rund 422.000 Kirchenmitgliedern in 210 Kirchengemeinden.