Kirche lässt Missbrauch von Heimkindern in Elsdorf aufarbeiten

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Nach dem Fund von Briefen und Akten über mögliche Missbrauchsfälle von Heimkindern lässt die hannoversche Landeskirche die Vorfälle aus den 1950er und 1960er Jahren jetzt wissenschaftlich untersuchen.

Elsdorf/Hannover. Das Berliner Dissens-Institut für Bildung und Forschung soll die Missbrauchsfälle aus den 1950er und 1960er Jahren im evangelischen Kirchenkreis Bremervörde-Zeven aufarbeiten. Nachdem im Sommer 2024 Briefe von Heimkindern in einem Pfarrhaus in Elsdorf (Kreis Rotenburg) gefunden wurden, sollen die Missbrauchsfälle nun von dem Institut wissenschaftlich aufgearbeitet werden, bestätigte eine Sprecherin der Landeskirche Hannovers am Donnerstag. Zuerst hatte der NDR darüber berichtet.

Bei der Untersuchung geht es um Gewalterfahrungen, die Heimkinder erlitten haben. Sie waren über einen Pastor in Elsdorf bei Bremen in Pflegestellen auf Höfen und in Handwerksbetrieben vermittelt worden. Vor rund anderthalb Jahren waren auf dem Dachboden des Elsdorfer Pfarrhauses Akten gefunden worden, die Hinweise auf Gewalt in den Pflegestellen geben. Der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Elsdorf und der zuständige Kirchenkreis Bremervörde-Zeven hatten daraufhin eine Aufarbeitung der Geschehnisse beim Landeskirchenamt beantragt.

Institut war an ForuM-Studie beteiligt

Das Dissens-Institut forscht eigenen Angaben zufolge seit 1989 zu Geschlechterverhältnissen und Gewalt. Seit 2020 untersucht das Institut auch sexualisierte Gewalt in institutionellen Kontexten. Dazu zählten unter anderem Aufarbeitungsstudien zum Bistum Essen. Zudem war das Dissens-Institut an dem Teilprojekt C der ForuM-Studie zur sexualisierten Gewalt in der evangelischen Kirche und der Diakonie in Deutschland beteiligt.

epd Niedersachsen-Bremen