Religionspädagogisches Institut feiert Bestehen mit Fachsymposium

Ein Pelikan als Wetterfahne auf einem Hausdach.
Bild: Jens Schulze

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Loccum. Das Religionspädagogische Institut Loccum (RPI) feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass seien Experten aus dem gesamten Bundesgebiet zu einem Symposium unter dem Titel „Religiöse Bildung für die Zukunft – Resonanz. Transformation. Zuversicht.“ eingeladen worden, wie das Institut mitteilte. Vom 26. bis 28. September kommen die Fachleute aus Kirche, Schule, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in Loccum mit Interessierten zusammen.

Das RPI verstehe sich seit 75 Jahren als Impulsgeber für religionspädagogische Entwicklungen, hieß es weiter. Das Symposium biete Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur Vernetzung „und zum Feiern an einem traditionsreichen Lern- und Begegnungsort“. Auf dem Programm stehen Vorträge, Foren, Workshops sowie ein Festgottesdienst und kulturelle Abendveranstaltungen. Beteiligt am Programm sind unter anderen EKD-Vizepräsident Stephan Schaede, die Religionspädagogen Michael Domsgen aus Halle, Ulrike Witten aus München sowie der hannoversche Landesbischof Ralf Meister.


Drei Fragen an...

Eine als Frau lesbare Person mit Kurzhaarfrisur und rotem Schal.
Bild: RPI
Silke Leonhard

...an Prof. Dr. Silke Leonhard, Rektorin des Religionspädagogischen Instituts Loccum (RPI).

Frau Leonhard, wie hat sich religiöse Bildung in den letzten 75 Jahren entwickelt?

Silke Leonhard: Religiöse Bildung bezieht heute vielfältiger Perspektiven und Kontexte ein und ist responsiver geworden. Sie geht nicht nur resonanzorientiert auf Glaubensfragen ein, sondern stellt diese in den Kontext von Lebenserfordernissen einer pluralistischen Gegenwart. Das RPI Loccum hat als Gewächshaus immer wieder dazu beigetragen, von evangelischer Seite konzeptionelle Pflanzen hervorzubringen.

Welchen Herausforderungen muss sich die Religionspädagogik in den nächsten Jahren stellen?

Leonhard: Die Relevanz religiöser Bildung findet nachlassende Anerkennung, weil Menschen weniger religiös verbunden sind – sich zum Teil auch als religiös unmusikalisch begreifen. Wir Akteure an den Lernorten rund um Gemeinde, Schule, Universität, Gesellschaft sind gefordert: Es geht darum, die Ziele und Chancen religionspädagogischer Formate zu begründen und ihre Instrumente zum Klingen zu bringen. Ohne religiöse Bildung hätte auch Kirche Mühe, ein Sensorium für Religion in der Gegenwart auszubilden.

Wie verändert sich der Religionsunterricht durch das neue Fach Christliche Religion?

Leonhard: Er erhält ein politisch stabileres Modell, mit dem Orientierung, Sprachfähigkeit, Standhaftigkeit und Respekt gefördert werden. Didaktisch setzt der Christliche Religionsunterricht deutlicher bei Schülerinnen- und Schülerorientierung und Lebensweltnähe an, um auf dialogische Weise christliche Perspektiven zu entwerfen auf die Frage: Was verändert sich, wenn Gott ins Spiel kommt?

epd Niedersachsen-Bremen / EMA