#WeRemember - zum 77. Jahrestag der Auschwitzbefreiung
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Am 27. Januar gedenken Menschen weltweit der Opfer des Nazi-Regimes - auch online, mit dem gemeinsamen Hashtag #WeRemember.
Der Segen kommt mit Konfetti per Video, und Gebete gibt es als kurze Online-Clips: Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen haben am Sonntagabend den neuen Youtube-Kanal BASIS:KIRCHE freigeschaltet. Er soll verstärkt Menschen aus der Altersgruppe zwischen 20 und 45 Jahren erreichen.
Der neue Kanal bringt kirchliche und soziale Inhalte in Videoform und stellt sie auf Abruf zur Verfügung. Er richtet sich an Nutzer die nach etwas anderem suchen als dem klassischen analogen Gottesdienst oder den bereits bestehenden digitalen Angeboten der Kirche. Künftig sollen viermal pro Woche Talks und Reportagen, aber auch kurze Gebetsclips in einer Länge von zwei bis zehn Minuten freigeschaltet werden.
Noch ein Kirchen-Kanal auf YouTube? Warum?
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Videos in unterschiedlichen Kategorien
Gestaltet werden die Beiträge von einem Team von rund 30 jungen Pastorinnen und Pastoren, Religionspädagog*innen und Musikerinnen und Musikern. Diese nehmen die Nutzerinnen und Nutzer mit auf eine Suche nach Sinn und Spiritualität - etwa durch einen Besuch beim Bestatter oder ein Gespräch mit querschnittsgelähmten Menschen. Produziert werden die Videos vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen-Bremen (ekn), der unter anderem auch Radio-Beiträge für die Privatsender Radio ffn und Antenne erstellt.
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"Die großen Fragen des Lebens werden heute gegoogelt."
Der neue Youtube-Kanal entstand im Zuge der Corona-Pandemie, in der sich die Kirche verstärkt durch digitale Angebote an die Menschen wendet. „Die großen Fragen des Lebens nach Schuld und Vergebung, nach Liebe und dem Leben nach dem Tod, werden heute gegoogelt“, sagte der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit. „Als Kirche müssen wir dort präsent sein, wo gesucht wird.“ Die BASIS:KIRCHE soll bis zum Jahresende erprobt werden.
epd-Landesdienst Niedersachsen-BremenAn dieser Stelle wird Ihnen Inhalt von Youtube angezeigt. Klicken Sie auf "Inhalt anzeigen", wenn Sie damit einverstanden sind. Weitere Hinweise finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Das Gedenken hat in diesem Jahr schon eine Woche früher begonnen. Am 20. Januar strahlte das ZDF den viel beachteten Film "Die Wannseekonferenz" von Regisseur Matti Geschonnek aus. Er zeigt mit verstörender Nüchternheit, wie Verwaltungsbeamte der Nationalsozialisten bei Cognac und Schnittchen die Organisation des systematischen, millionenfachen Massenmordes an den Juden Europas diskutierten und beschlossen. Heute nun, am 27. Januar, dem 77. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, wird weltweit der Opfer der Nationalisozialisten gedacht.
Landesbischof Ralf Meister hat aus diesem Anlass Vergleiche mit dem Holocaust unter anderem von Kritikern der Corona-Politik scharf kritisiert. "Was die Opfer des Holocaust erlitten haben, verbietet jeden Vergleich und jede Leugnung", sagte Meister. Mit Blick auf den Gedenktag rief er dazu auf, "gemeinsam wachsam und mutig Verschwörungsmythen entgegenzutreten und nicht gedankenlos radikalen Minderheiten das Heft des Handelns zu überlassen".
Es sei entsetzlich, dass sich heute Menschen in Deutschland einen gelben Stern mit der Aufschrift "Ungeimpft" anhefteten. Dass Fotomontagen vom Tor zum Konzentrationslager Auschwitz mit der Aufschrift "Impfen macht frei" verbreitet würden, als seien die Maßnahmen gegen die Pandemie einem Völkermord gleichzusetzen, sei abscheulich. "Das Vernichtungslager Auschwitz ist einer der schrecklichsten Orte der Menschheitsgeschichte. Dieser Ort bleibt eine fortdauernde Mahnung vor dem, was der Mensch dem Menschen antun kann."
Hashtag #WeRemember als weltweite Verbindung
Mit dem Hashtag "WeRemember" wird heute auch in den sozialen Medien der Opfer des Nationalsozialismus gedacht - der Jüdische Weltkongress hat die Erinnerungsaktion initiiert. Die Landeskirche hat deshalb alle Avatare und Profilbilder entsprechend geändert. Auch die Regionalbischöfin des Sprengels Hildesheim-Göttingen, Dr. Adelheid Ruck-Schröder, ruft dazu auf, sich daran zu beteiligen: "In einer komplex gewordenen Welt suchen viele Menschen scheinbare Sicherheit in Verschwörungsmythen und Fake News. Nur wer sich an den Schrecken von Auschwitz in seiner ungeheuerlichen Faktizität erinnert, sieht sofort, wie unerträglich alle Vergleiche von Pandemiemaßnahmen mit der systematischen Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden und Jüdinnen in der Zeit des Nationalsozialismus sind."
Veranstaltungen für Vielfalt und Menschenrechte
An vielen Orten finden Gedenkveranstaltungen statt. Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen organisiert eine zentrale Online-Veranstaltung mit Grußworten und musikalischer Untermalung durch Chor und Orchester der Jüdischen Gemeinde Hannover. Unter dem Motto „Ins Licht gerückt“ finden zahlreiche Veranstaltungen mit dem Ziel statt, für Vielfalt, Gewaltfreiheit und Menschenrechte einzutreten, so beispielsweise die Veranstaltung der Evangelisch-lutherischen Martin-Luther-Kirchengemeinde Nordstadt in Hildesheim mit Lichtinstallation, Workshop und Gesprächen.
"Für unseren gesellschaftlichen Frieden müssen wir auch heute Hass und Ausgrenzung entschlossen entgegentreten", sagt Felix Paul, Beauftragter für Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste (HkD) der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Was es dafür braucht, bringt Dr. Ursula Rudnick, Beauftragte für Kirche und Judentum, auf den Punkt: "Mehr Taten als Worte".
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