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In Barsinghausen bei Hannover ist ein Brand in einem im Bau befindlichen Flüchtlingsheim ausgebrochen. Menschen wurden nicht verletzt, das Feuer hätte sich aber nach Angaben der Feuerwehr leicht zur Katastrophe entwickeln können. Die Polizei gehe von einem vorsätzlich gelegten Feuer aus. Nach bisherigen Erkenntnissen entzündeten der oder die Täter Dämmmaterial einer Fußbodenheizung in mehreren Stockwerken.
Bei den Löscharbeiten fanden die Feuerwehrleute zusätzlich mehrere geöffnete Gasflaschen im Gebäude. Dadurch hätten die Täter die rund 50 beteiligten Rettungskräfte in akute Lebensgefahr gebracht, hieß es. Die Gasflaschen seien ins Freie gebracht und dort gekühlt worden. Das Gebäude wurde nach Angaben der Feuerwehr anschließend belüftet und mit einer Wärmebildkamera auf Brandnester kontrolliert.
Angaben zur Höhe des Sachschaden gab es noch nicht. Das Heim sollte nach den Plänen der Stadt bis zu 70 Flüchtlinge aufnehmen.
In Südniedersachsen haben am Wochenende erneut Hunderte gegen Auftritte des rechten „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ demonstriert. Am späten Sonntagnachmittag kamen nach Angaben des örtlichen Bündnisses gegen Rechts rund 250 Menschen vor dem historischen Duderstädter Rathaus zusammen.
Bereits am Samstagnachmittag hatten in Katlenburg-Lindau im Kreis Northeim rund 250 Menschen mit einem ökumenischen Friedengebet in der katholischen Kirche St. Peter und Paul und einer anschließenden Kundgebung unter dem Motto „Lindau darf bunter werden“ gegen den „Freundeskreis“ protestiert. Dieser hatte erstmals eine Versammlung in dem Ort angemeldet, weil in den Gebäuden des früher dort ansässigen Max-Planck-Institutes für Sonnensystemforschung möglicherweise eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet werden soll.
Die Vereinigung steht zwar nicht unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes. Verbindungen in die Neonazi-Szene seien aber vorhanden, hatte das niedersächsische Innenministerium am Freitag auf eine Anfrage der Grünen mitgeteilt.
Protest gegen Neonazis. Bild: Boness/Ipon / epd-Bild
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat die Diskussion über eine Obergrenze für Flüchtlinge in Deutschland als Symboldebatte bezeichnet.
Es sei eine Illusion, dass die Flüchtlingskrise durch die Festlegung auf eine Zahl gelöst werden könne, sagte Bedford-Strohm am Sonntag dem Radiosender NDR Info. Eine Obergrenze tatsächlich durchzusetzen sei unvereinbar mit den humanitären Traditionen Deutschlands und Europas. „Eine Abschottung lehnen wir ausdrücklich ab.“
Bedford-Strohm sagte zugleich, es sei notwendig, dass in diesem Jahr weniger Asylsuchende nach Deutschland kommen. „Dazu ist es vor allem nötig, dass man an den Orten, wo Menschen sich heimatnah aufhalten, die zum Teil immer noch erbärmlichen Bedingungen verbessert.“ Symboldebatten erreichten das nicht.

Grafik: epd-Bild

Bild: Tobias Glawion