Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung in Fällen sexualisierter Gewalt

Datenschutzinformation

gemäß EKD-Datenschutzgesetz (DSG-EKD)

Diese Datenschutzinformation richtet sich an Personen, die sich an die Fachstelle Sexualisierte Gewalt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers für die Beratung und Begleitung in Einzelfällen (z.B. Unterstützungsleistungen, Aufarbeitung) sowie in Fragen der Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung allgemein an die Fachstelle wenden.

Mit den nachfolgenden Informationen gemäß § 17 DSG-EKD geben wir Ihnen einen Überblick über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten und Ihre darauf bezogenen Rechte. Welche Daten zu Ihrer Person im Einzelfall bearbeitet werden, richtet sich vor allem nach der Art und dem Umfang der Verarbeitung der jeweiligen verantwortlichen Stelle. Hierzu gibt Ihnen das Landeskirchenamt als verantwortliche Stelle auf Ihren Antrag gern individuell eine Auskunft nach § 19 DSG-EKD.

Geltendes Datenschutzrecht

Für die verantwortliche Stelle gilt das Datenschutzgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland (DSG-EKD), dass Sie hier im Volltext nachlesen können. Aus der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (DSGVO) ergibt sich die Anforderung, dass das DSG-EKD im Einklang mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) steht.

Verantwortliche Stelle

Verantwortliche Stelle nach § 4 Nr. 9 DSG-EKD ist das

Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Rote Reihe 6, 30169 Hannover

E-Mail: landeskirchenamt@evlka.de

Telefon: 0511 1241 0

Datenschutzbeauftragte

In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers werden örtlich Beauftragte für den Datenschutz auf der Ebene der Kirchenkreise bzw. der Einrichtungen bestellt. Der Liste auf dieser Webseite können Sie entnehmen, wer für die jeweilige verantwortliche Stelle bestellt wurde. Für das Landeskirchenamt ist derzeit Herr

Gerrit Eichhorn

E-Mail: datenschutz.landeskirche@evlka.de

Telefon: 0511 1241 828

zum örtlichen Datenschutzbeauftragten bestellt.

 

Daten und Datenquellen

Wir verarbeiten die von Ihnen im Rahmen der Beratung und Begleitung uns mitgeteilten personenbezogenen Daten (im Sinne des § 4 Nr. 1 DSG-EKD), die wir im Rahmen unserer Tätigkeit benötigen.

Dies können u.a. sein:

  • Name,
  • Vorname,
  • Telefonnummer,
  • Adresse,
  • E-Mail-Adresse sowie

erforderlichenfalls auch nachfolgende, besondere Kategorien personenbezogener Daten (im Sinne des § 4 Nr. 2 e) und f) DSG-EKD), wie:

  • Gesundheitsdaten sowie
  • Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung.
Zwecke und Rechtsgrundlagen der Verarbeitung

Wir verarbeiten Ihre personenbezogenen Daten im Rahmen folgender Zwecke, soweit dies erforderlich ist:

  • Beratung und Begleitung von sexualisierter Gewalt betroffener Personen
  • Beratung und Unterstützung der kirchlichen Körperschaften im Geltungsbereich der Grundsätze beim Umgang mit Verdachtsfällen und Vorfällen sexualisierter Gewalt,
  • bei Bedarf Koordination des Vorgehens in Verdachtsfällen und bei konkreten Vorfällen in Abstimmung mit den Verantwortlichen vor Ort sowie ggf. externer Stellen,
  • Einbindung der für dienst-, arbeits-, und strafrechtliche Maßnahmen zuständigen kirchlichen, diakonischen und staatlichen Stellen,
  • Maßnahmen der Prävention, Intervention, Hilfen und Aufarbeitung
  • Dokumentationen, u.a. von Beratungsgesprächen, sowie
  • statistische Auswertungen.

Die Verarbeitung erfolgt auf folgender Rechtsgrundlage:

  • Im Rahmen Ihrer Einwilligung (§ 6 Nr. 2, § 10 Abs. 2 und § 13 Abs. 2 Nr. DSG-EKD)
     

    Sofern Sie uns Ihre ausdrückliche, informierte, freiwillige und widerrufbare Einwilligung zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten für bestimmte Zwecke erteilt haben, ist die Rechtmäßigkeit dieser Verarbeitung auf Basis Ihrer Einwilligung gegeben. Einwilligungspflichtige Verarbeitungen im Rahmen der oben genannten Zwecke sind regelmäßig die Übermittlung von Beratungsinhalten an dritte Stellen oder ggf. die Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten (z.B. Gesundheitsdaten).
    Gegebenenfalls bieten wir für Gespräche die Möglichkeit von Videokonferenzen an. Die Teilnahme ist grundsätzlich optional, sofern auch ein Gespräch vor Ort möglich ist.

Sie können Ihre Einwilligung zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Verarbeitungen vor dem Widerruf sind davon nicht betroffen.
 

  • Datenverarbeitung auf Grundlage unmittelbarer oder mittelbarer Rechtsverpflichtungen (§ 6 Nr. 1 und 6, § 13 Abs. 2 Nr. 4 und 7, § 50a DSG-EKD)

    Die Verarbeitung Ihrer Daten erfolgt auch, um unsere rechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen, insbesondere unsere gesetzlichen Aufgaben als Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt nach den Grundsätzen für die Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung in Fällen sexualisierter Gewalt in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers vom 26. Januar 2021 (Kirchl. Amtsbl. 2021, S. 40) in der jeweils geltenden Fassung. Dazu kann auch die Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten zur Beurteilung des Gesundheitszustandes erforderlich sein. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben sind wir verpflichtet, über mehrere Jahre geschäftliche Unterlagen und buchhalterische Daten zu speichern. Darüber hinaus werden zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben und zur Sicherstellung der Informationssicherheit alle Zugriffe in den IT-Systemen protokolliert.
     

Datenverarbeitung auf Grundlage berechtigter Interessen (§ 6 Nr. 4 DSG-EKD)
 

Die Verarbeitung personenbezogener Daten kann auch erfolgen, wenn dies zur Wahrung berechtigter kirchlicher Interessen oder der Interessen Dritter erforderlich ist – vorausgesetzt, im Rahmen einer Interessenabwägung überwiegen diese Interessen gegenüber den schutzwürdigen Belangen der im Sinne des Datenschutzrechts betroffenen Person.

Beispiele für solche Verarbeitungen sind:

  • Maßnahmen zur Durchsetzung rechtlicher Ansprüche,
  • die Gewährleistung der Gebäude-, Büro- und IT-Sicherheit,
  • der ordnungsgemäße Betrieb von IT-Systemen,
  • die Anonymisierung von Daten für eigene statistische Zwecke.
Empfänger der Daten

Innerhalb der oben genannten verantwortlichen Stelle erhalten ausschließlich diejenigen Personen Zugriff auf Ihre Daten, die diese zur Erfüllung Ihrer Aufgaben benötigen. Hierzu zählen insbesondere die Mitarbeitenden in der Fachstelle Sexualisierte Gewalt sowie die zuständigen Mitarbeitenden in den mit Fällen sexualisierter Gewalt befassten Referaten des Landeskirchenamtes.
In diesem Zusammenhang kann auch eine Übermittlung Ihrer Daten u.a. an folgende Stellen erforderlich werden:

  • Anerkennungskommission
  • Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission
  • Verwaltungsberufsgenossenschaft
  • Referate für Dienstrecht und Arbeitsrecht des Landeskirchenamtes (zur Prüfung arbeitsrechtlicher bzw. disziplinarischer Schritte gegen beschuldigte Personen)
  • Finanzbuchhaltung im Landeskirchenamt
  • Verantwortliche vor Ort
  • Diakonisches Werk in Niedersachsen e.V.
  • staatliche Ermittlungsbehörden
  • externe Beratungsstellen
  • Tagungsstätten
  • externe Referent*innen.
     

Auch von uns beauftragte Dienstleister (sog. Auftragsverarbeiter) können im Rahmen ihrer vertraglichen Aufgaben Zugang zu personenbezogenen Daten erhalten.

 

Datenübermittlungen an Drittländer

Eine Übermittlung personenbezogener Daten in Länder außerhalb der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) – sogenannte Drittländer – oder an internationale Organisationen erfolgt nur, wenn:

  • dies zur Erfüllung unserer Aufgaben erforderlich ist,
  • eine entsprechende gesetzliche Verpflichtung besteht,
  • Sie ausdrücklich eingewilligt haben oder
  • die Übermittlung im Rahmen einer Auftragsverarbeitung stattfindet.

Sofern wir Dienstleister (Auftragsverarbeiter) mit Sitz in einem Drittland beauftragen, erfolgt dies ausschließlich unter Beachtung der gesetzlichen Anforderungen.

 

Speicherdauer

Wir speichern Ihre personenbezogenen Daten so lange, wie dies für die Beratung und Begleitung erforderlich ist. Die konkreten Aufbewahrungsfristen orientieren sich dabei an den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben. Soweit die Beratung und Begleitung beendet sind, löschen wir Ihre personenbezogenen Daten, sofern nicht gesetzliche Bestimmungen der Löschung entgegenstehen (z.B. § 50 Abs. 6 DSG-EKD, Archivpflichten, Aufbewahrungspflichten des Handels- und Steuerrechts sowie der Kassationsordnung) oder die weitere Speicherung zu Zwecken der Beweisführung zur Durchsetzung oder Verteidigung gegen Rechtsansprüche in gerichtlichen oder kirchlichen Verfahren (z.B. bei Anerkennungsleistungen, arbeits- und dienstrechtlichen Verfahren) erforderlich ist oder Sie in eine längere Speicherung eingewilligt haben (z.B. nach Durchführung einer Aufarbeitung).

Ihre Datenschutzrechte

Als betroffene Person stehen Ihnen nach dem Datenschutzgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland (DSG-EKD) folgende Rechte zu:

  • Auskunftsrecht (§ 19 DSG-EKD): Sie haben das Recht zu erfahren, welche personenbezogenen Daten über Sie verarbeitet werden.
  • Recht auf Berichtigung (§ 20 DSG-EKD): Sie können unrichtige oder unvollständige Daten berichtigen lassen.
  • Recht auf Löschung (§ 21 DSG-EKD): Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie die Löschung Ihrer Daten verlangen („Recht auf Vergessenwerden“).
  • Recht auf Einschränkung der Verarbeitung (§ 22 DSG-EKD): Sie haben das Recht, die Verarbeitung Ihrer Daten einschränken zu lassen.
  • Recht auf Datenübertragbarkeit (§ 24 DSG-EKD): Sie können verlangen, dass wir Ihnen oder einem Dritten Ihre personenbezogenen Daten in einem gängigen Format bereitstellen.
  • Widerspruchsrecht (§ 25 DSG-EKD): Sie haben das Recht, aus Gründen, die sich aus Ihrer besonderen Situation ergeben, der Verarbeitung Ihrer Daten zu widersprechen.

Eine erteilte Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten können Sie nach § 11 Abs. 3 DSG-EKD gegenüber der verantwortlichen Stelle jederzeit widerrufen. Durch den Widerruf der Einwilligung wird die Rechtmäßigkeit, der aufgrund der Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung, nicht berührt.

Im Fall eines datenschutzrechtlichen Verstoßes steht Ihnen ein Beschwerderecht bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde nach § 46 DSG-EKD zu. Das Beschwerderecht besteht unbeschadet anderweitiger verwaltungsrechtlicher oder gerichtlicher Rechtsbehelfe. Die Aufsicht über die Einhaltung der Vorschriften zum Datenschutz obliegt im kirchlichen Bereich dem Beauftragten für den Datenschutz der Evangelischen Kirche in Deutschland. Für den Bereich der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist zuständig:

Der Beauftragte für den Datenschutz der EKD
Herr Michael Jacob

Außenstelle für die Datenschutzregion Nord
Lange Laube 20, 30159 Hannover
Telefon: 0511 76 81 28 0
Fax: 0511 76 81 28 20
E-Mail: nord@datenschutz.ekd.de

https://datenschutz.ekd.de/

Pflicht zur Bereitstellung von Daten

Im Rahmen der Beratung und Begleitung müssen Sie diejenigen personenbezogenen Daten bereitstellen, die für diese Aufgaben erforderlich sind. Ohne diese Daten sind uns Beratung und Begleitung nicht möglich.

Automatisierte Entscheidung (einschl. Profiling)

Grundsätzlich erfolgt keine ausschließlich automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten – einschließlich Profiling –, die für Sie rechtliche Folgen hat oder Sie in vergleichbarer Weise erheblich beeinträchtigt.

Sollte in Ausnahmefällen eine solche automatisierte Entscheidung – einschließlich Profiling – erforderlich sein, werden Sie hierüber rechtzeitig und gesondert informiert. Eine ausschließlich automatisierte Entscheidung findet nur dann statt, wenn sie durch einen Vertrag oder eine gesetzliche Vorschrift vorgesehen ist oder wenn Sie zuvor ausdrücklich, freiwillig, informiert und widerruflich eingewilligt haben.

Stand März 2026